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Ampere legt nach: Deutschland bald europäischer SVoD-Primus?

Nach Vorlage der Netflix-Quartalsbilanz legen die Marktforscher von Ampere nochmals nach und geben weitere SVoD-Daten heraus: Daraus geht u.a. hervor, wie viele Neukunden der Streamingdienst zuletzt in Deutschland hatte.

22.10.2018 15:34 • von Jörg Rumbucher

Die Netflix-Bilanz fürs dritte Quartal hat Ampere Analysis zum Anlass genommen, weitere SVoD-Zahlen für Deutschland aufzubereiten, obwohl die Marktforscher erst vor einigen Tagen Daten für den deutschen Markt herausgebracht hatten. Aktuell teilt Ampere-Kooperationspartner Cirkus mit, dass Netflix im dritten Quartal zirka 400.000 neue Abonnenten hinzugewonnen habe. Im Zwölf-Monatsvergleich würde dies bedeuten, dass die Abonnentenbasis um 46 Prozent gewachsen sei. Erst kürzlich hatten Ampere/Cirkus erklärt, dass es in Deutschland 5,1 Mio. Netflix-Kunden gebe.

Das Plus für Amazon Prime betrage für die selben Beobachtungszeiträume zwar nur 24 Prozent, doch gibt es Ampere zufolge 9,9 Mio. Prime-Kunden in Deutschland. Cirkus-Geschäftsführer Mark Bradford geht daher davon aus, dass Deutschland angesichts dieser Wachstumsraten die Nummer eins im europäischen SVoD-Markt werden könne. Bisher lieht Großbritannien bei den Kunden-Zahlen noch vorn. Verantwortlich für den Zuwachs seien ältere Zielgruppen: "Die 'späte Mehrheit', vor allem die Generation der 50+, tritt jetzt in den deutschen SVoD-markt ein."

Interessant auch: Laut Ampere beträgt der Anteil europäischer Produktionen im Netflix-Programm aktuell 20 Prozent; der von Amazon liegt bei 25 Prozent. Basis der Erhebung sind die 28 Mitgliedstaaten der EU. Dies ist deswegen von Belang, weil nach Willen der EU der Anteil europäischer Produktionen auf Streamingdiensten mindestens 30 Prozent betragen soll. Den Anteil deutscher Produktionen im Netflix-Portfolio beziffern die Marktforscher mit sieben Prozent, der deutsche Kataloganteil bei Amazon soll demnach 16 Prozent betragen.