Kino

Neue DFFF-Richtlinie schafft spezifische Einstiegsschwelle für "animierte Filme"

Ab sofort gilt für DFFF I und DFFF II eine neue Richtlinie. Diese sieht einige wichtige Änderungen vor - nicht zuletzt was Produzentenhonorare und animierte Projekte anbelangt.

16.10.2018 16:32 • von Jochen Müller
Kulturstaatsministerin Monika Grütters (Bild: Christof Rieken)

Mit ihrer am 15. Oktober erfolgten Veröffentlichung gilt ab sofort eine neue Richtlinie für die Förderung durch den DFFF I und DFFF II. Sie finden die aktuelle Richtlinie an dieser Stelle:

https://www.bundesregierung.de/breg-de/bundesregierung/staatsministerin-fuer-kultur-und-medien/medien/filmfoerderung/richtlinien-der-filmfoerderung

Die wesentlichen Änderungen hat die BKM kurz zusammengefasst, Sie können sie unter folgendem Link abrufen:

https://www.bundesregierung.de/resource/blob/973862/1538372/dd97cc36f30a4b0552ddb563717bb4b5/2018-10-15-dfff-richtlinienaenderung-ueberblick-data.pdf?download=1

Zu den wichtigsten Punkten zählen unter anderem:

DFFF I

Zu den wichtigsten Änderungen zählt die Tatsache, dass sich für Projekte mit deutschen Herstellungskosten über fünf Mio. Euro das Herstellerhonorar von zuletzt höchstens 125.000 Euro pro zusätzlicher Mio. um 25.000 Euro auf maximal 250.000 Euro erhöht

Kosten, die zur Antragstellung erforderlich sind, können als zuwendungsfähige Herstellungskosten anerkannt werden (gleiches gilt für DFFF II).

DFFF II

Analog zum Herstellerhonorar des DFFF I erhöht sich auch hier das Produktionsdienstleisterhonorar auf maximal 250.000 Euro.

Ebenfall eine der wichtigsten Neuregelungen: § 22 II der Richtlinie regelt nun, dass die deutschen Herstellungskosten bei Projekten, die den Eigenschaftstest für Animationsfilme und animierte Filme erfüllen, (nur) mindestens zwei Mio. Euro betragen müssen. Für alle Projekte die nicht unter den Eigenschaftstest für Animationsfilme und animierte Filme fallen, müssen die deutschen Herstellungskosten des geförderten Projekts weiterhin mindestens acht Mio. Euro betragen. Auch die Einstiegsschwelle von mindestens 20 Mio. Euro Gesamtherstellungskosten bleibt unverändert.

§ 27 V sieht nun unter bestimmten Voraussetzungen die Anerkennung von Kosten, die für im Ausland durchgeführte Außendreharbeiten angefallen sind, als zuwendungsfähige deutsche Herstellungskosten vor - dies unter Umständen auch rückwirkend für Projekte, die nach der Richtlinie vom 1. August 2017 beschieden wurden.

Zuwendungen können, abhängig vom Projektfortschritt, nun auch in vier Raten ausgezahlt werden, auch hier ist Rückwirkung (s.o.) möglich.

Der Verband deutscher Filmproduzenten erklärte in einem ersten Statement: "Der VDFP begrüßt die Anhebung der Kappungsgrenzen für Produzentenhonorare in den neuen Richtlinien zum DFFF I und II. Für Projekte mit deutschen Herstellungskosten über fünf Mio. Euro erhöht sich ab sofort das Herstellerhonorar pro einer Mio. um 25.000 Euro auf maximal 250.000 Euro.

Deutschland macht damit im europäischen Vergleich im Hinblick auf die budgetären Kennzahlen wie Produzentenhonorare und Handlungskosten an Boden gut, steht aber im Vergleich zu den Nachbarn nach wie vor auf einem der hinteren Ränge.

Wir freuen uns, dass unsere Bemühungen um eine angemessene Honorierung der produzentischen Tätigkeit zu einem ersten Erfolg geführt hat. Die Übernahme dieser Regelung in die Richtlinien zum FFG und anderer Förderungen wäre ein wünschenswerter und konsequenter nächsten Schritt. Wir danken der BKM für dieses wichtige Signal."