Kino

Muss Harvey Weinstein vors Bundesgericht?

Harvey Weinsteins Versuch, das Gericht dazu zu bewegen, die Vorwürfe der britischen Schauspielerin Kadian Noble, er habe sie 2014 in Cannes sexuell belästigt, nicht weiter zu verfolgen, ist gescheitert. Der Fall wird wohl vor einem Bundesgericht entschieden werden.

15.08.2018 09:43 • von Jochen Müller

Die Klage der britischen Schauspielerin Kadian Noble gegen Harvey Weinstein wegen sexueller Belästigung wird möglicherweise vor einem Bundesgericht verhandelt werden. Noble hatte Weinstein beschuldigt, sie 2014 in einem Hotelzimmer in Cannes zu sexuellen Handlungen gezwungen und ihr dafür eine Filmrolle in Aussicht gestellt zu haben. Weinstein behauptete jedoch, er sei nie in nicht-einvernehmlichen Sex verwickelt gewesen.

Robert Sweet, Bezirksrichter in Los Angeles, hat jetzt das Ansinnen Weinsteins, die Vorwürfe fallen zu lassen, zurückgewiesen. Der Vorfall verstoße gegen das Gesetz gegen Sexhandel, wonach Beschuldigte, die von Frauen unter Vorspiegelung falscher Voraussetzungen und gegen lukrative Versprechungen sexuelle Handlungen verlangen, bestraft werden. Weinsteins Anwälte hatten dagegen argumentiert, es sei niemals Geld geflossen und es sei von Weinstein auch sonst keine Gegenleistung erbracht worden.

Nicht in diesem Fall verantworten muss sich nach Sweets Entscheidung jedoch Weinsteins Bruder Bob. Dieser habe zwar von dem Vorfall gewusst, sei aber nicht direkt daran beteiligt gewesen.