Kino

Pforzheim ehrt Kinofamilie Geiger

Aus dem kulturellen Leben der Stadt sind ihre Häuser schlicht nicht wegzudenken: Cornelia und Michael Geiger wurden mit dem Pforzheimer Wirtschaftspreis als "herausragende Unternehmer" geehrt.

14.11.2017 11:47 • von Marc Mensch
Michael und Cornelia Geiger mit Laudator Albert Esslinger-Kiefer (l.) (Bild: Gerhard Ketterl/Pforzheimer Zeitung)

Aus dem kulturellen Leben der Stadt sind ihre Häuser schlicht nicht wegzudenken: Cornelia und Michael Geiger wurden mit dem Pforzheimer Wirtschaftspreis geehrt. Die Auszeichnung, über deren Vergabe eine Jury um Oberbürgermeister Peter Boch sowie Vertreter des städtischen Eigenbetriebs Wirtschaft und Stadtmarketing Pforzheim (WSP), der IHK, HWK, Sparkasse und Volksbank entscheidet, würdigt in den drei Kategorien Innovation und Idee, Marke und Image sowie Lebenswerk alljährlich herausragende Pforzheimer Unternehmerpersönlichkeiten.

Dass der Preis für die Familie Geiger, die in der der baden-württembergischen Stadt das Cineplex sowie den Rex-Filmpalast betreibt, in der Kategorie Marke und Image vergeben wurde, kommt nicht von ungefähr: Schließlich sind die umtriebigen Kinomacher (nicht nur) vor Ort eine Marke - auch wenn sie sich, wie Albert Esslinger-Kiefer in seiner Laudatio betonte, medial nicht gerade in den Vordergrund rücken, sondern eher "geräuschlos" und "mit viel Understatement" arbeiten. Der Mann muss es wissen. Schließlich ist er Verleger der "Pforzheimer Zeitung". "Nichts Unnötiges an die Öffentlichkeit" laute das Credo der Geigers. Und das, obwohl sie ständig am Gestalten seien - gerade auch im stadttragenden Sinn.

So sei der Rex-Filmpalast seit jeher ein belebendes Element an der oberen Bahnhofstraße gewesen. Im Umfeld dieses "Publikumsmagneten" hätten sich Restaurants, Lounges und Cafés angesiedelt, der Standort sei zu einem innerstädtischen "Hotspot" geworden. Ähnliches, so Esslinger-Kiefer, zeichne sich nun am Schlossberg ab, wo die Geigers derzeit mit großem Engagement bemüht seien, "eine Szene zu etablieren, die von hoher Wertigkeit und jugendlichem Elan geprägt ist".

Bereits in dritter Generation - und aktuell mit elf Sälen - sorgen die Geigers in ihrer Heimatstadt für Kinogenuss. Es war der 2009 im Alter von 94 Jahren verstorbene Kurt Geiger, der 1947 in der vom Krieg gezeichneten Stadt die Schwarzwald-Lichtspiele eröffnete und damit den Grundstein für das erfolgreiche Familienunternehmen legte. 1985 übernahm Michael Geiger im Alter von 30 Jahren das Unternehmen, das er gemeinsam mit seiner Frau Cornelia führt und dem sich längst auch ihr Sohn Nicolas Geiger verschrieben hat. Dass die Auszeichnung somit pünktlich zum 70-jährigen Betriebsjubiläum kommt, freut Michael Geiger besonders. Man sei "sehr stolz" über einen Preis, mit dem die Stadt nicht nur ihn und seine Frau, sondern das Unternehmen insgesamt und damit auch alle seine Mitarbeiter ehre.

Dass hinter den warmen Worten des Laudatoren auch harte Fakten stecken, zeigt nicht nur der Erfolg der beiden Häuser, sondern auch die ständig unter Beweis gestellte Bereitschaft, den Gästen ein kontinuierlich verbessertes Erlebnis zu bieten. Erst im vergangenen Jahr wurde beispielsweise das Foyer des Rex-Filmpalastes aufwändig modernisiert, gerade entsteht dort ein exklusives "Salon-Kino" mit Wohnzimmer-Wohlfühl-Charakter. Was auch wieder Stichwort für die Laudatio wäre: Denn dazu gäben die Geigers Anlass - mit Marke und Image. Das Fazit von Albert Esslinger-Kiefer: "Solche Treiber braucht unsere Stadt. Menschenfänger im besten Sinne. Leute, die es gut meinen mit einer Kommune, die unser aller Lebensmittelpunkt ist."

An dieser Stelle noch herzlichen Dank an die Kollegen der "Pforzheimer Zeitung" für die freundliche Unterstützung.