Kino

FFA fördert innovatives Kino- Marketing

In ihrer 162. Sitzung hat die FFA-Kinokommission gut 4,4 Mio. Euro vergeben. Zu den 131 bewilligten Projekten zählen unter anderem der Neubau eines Kinos in Büsum, drei Kinoerweiterungen und gleich vier innovative Werbe- und Marketingmaßnahmen.

13.11.2017 14:45 • von Marc Mensch

In ihrer 162. Sitzung hat die FFA-Kinokommission unter dem Vorsitz ihres stellvertretenden Vorstands Christine Berg 4.401.881 Euro für die Förderung von 131 Projekten vergeben. Die größten Einzelsummen wurden dabei für die Erweiterung des Filmpalasts Palast-Theater Görlitz der Kieft & Kieft Filmtheater GmbH (291.615 Euro), den Komplettumbau der Erlanger Manhattan-Kinos durch Wolfram Weber (insgesamt 251.000 Euro) und die Modernisierung des C1 Cinema in Braunschweig (223.124 Euro) bewilligt. Förderung in Höhe von insgesamt 78.323 Euro wurde der Lichtblick FTB GmbH von Ralf Thomsen für einen Kinoneubau im Nordseebad Büsum zugesprochen. Thomsen wird im dortigen Gäste- und Veranstaltungszentrum voraussichtlich ab Frühsommer 2018 einen Saal mit etwa 55 Plätzen durchgängig als Kino bespielen und zusätzlich in einem rund 400 Plätze fassenden großen Saal außerhalb von Bühnenveranstaltungen Kinofilme zeigen. Bislang hatte es in dem Ort mit knapp 5.000 Einwohnern lediglich in den Sommermonaten unregelmäßige Open-Air-Veranstaltungen gegeben. Insgesamt entfielen laut FFA rund 770.000 Euro auf Neuerrichtungen, Wiedereröffnungen und Erweiterungsbauten. Zu letzteren zählen auch die Vergrößerung des City-Kinos in Buxtehude der K&B Kinobetriebe sowie die Erweiterung des Cineplex Warburg. Etliche Anträge hatten der Kommission für Maßnahmen zur Schaffung von Barrierefreiheit vorgelegen, die die FFA mit einem Zuschuss in Höhe von 50 Prozent der Investitionen fördert. Insgesamt wurden hierfür 113.242 Euro bewilligt.

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Auffällig ist, wie stark das Thema Marketing in dieser Förderrunde vertreten war. So bewilligte die Kommission in ihrer jüngsten Sitzung gleich vier Anträge für außergewöhnliche Werbe- und Marketingmaßnahmen, allesamt in der einen oder anderen Form Leuchtturmprojekte. Konkret gingen 191.600 Euro an die Entwicklung einer barrierefreien Informationsplattform für Kinofilme, initiiert vom Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband. In diese Plattform sollen Verleiher, Kinos und Anbieter von Lösungen zur Schaffung von Barrierefreiheit eingebunden werden. Die Yorck-Kinogruppe wiederum erhält 176.624 Euro zur Umsetzung eines nachhaltigen und datenbasierten Kundenbindungssystems. Ende Juni hatte die Yorck-Kinogruppe eine Kooperation mit der Vista Group in Aussicht gestellt, die sich unter anderem auf die Dienste des Unternehmens Movio erstrecken soll - dem nach eigenen Angaben weltweiten Marktführer im Bereich der Analyse von Marketingdaten für die Filmbranche (wir berichteten).

Über 54.000 Euro kann sich das Unternehmen Filmaggregate von Hendrike Bake freuen. Die Förderung erfolgt für die Entwicklung einer englischsprachigen Kino-App als Modellprojekt, die - zunächst begrenzt auf die Hauptstadt - Informationen zum aktuellen Kinoprogramm für nicht-deutschsprachige Bewohner und Touristen der Stadt liefern soll. Und last but not least engagiert sich auch die Münchner Kino UG von Christian Pfeil und Markus Eisele im Bereich Smart Data. Für die Entwicklung eines digitalen innovativen Kinomarketingkonzepts insbesondere für kleine und mittelgroße Kinos erhalten sie 50.000 Euro von der FFA.

Darüber wurden über Vorstandsentscheid Förderungen für fünf Beratungsmaßnahmen sowie drei Anträge auf medienpädagogische Begleitung bewilligt. Für die Aufführung von Kurzfilmen als Vorfilm bzw. von originären Kurzfilmprogrammen wurden insgesamt 42 Anträge auf Förderung mit insgesamt 52.453 Euro bewilligt.

Die nächste Sitzung der Kinokommission findet am 4. und 5. April 2018 statt, Antragsfrist für diese Sitzung ist der 5. Januar 2018.