Kino

Rekordmesse voraus!

Vier Tage, 15 Verleihpräsentationen und 28 komplette Filme, die dem Fachpublikum in Köln exklusiv präsentiert werden: Mit diesen eindrucksvollen Eckdaten geht die Film-Messe Köln in ihr elftes Jahr. Jetzt stehen auch die Filmtitel fest.

03.07.2017 13:04 • von Marc Mensch
Organisator Martin Molgedey (MMmedia) wird auch in diesem Jahr weit über 1000 Fachbesucher begrüßen können (Bild: Raphael Stoetzel)

Über 1200 Fachbesucher hatten der zum zehnten Geburtstag im vergangenen Jahr ihre Aufwartung gemacht. Hauptattraktion waren (und bleiben) natürlich die Screenings kompletter Filme. Doch mit insgesamt elf kompakten Slots war zum Jubiläum auch das bislang breiteste Tradeshow-Paket geschnürt worden. Und es hätte dank weiterer Anfragen noch umfangreicher ausfallen können - wenn dies den zeitlichen Rahmen nicht schlicht gesprengt hätte. Bereits Anfang September vergangenen Jahres wurde dann beschlossen: Die Film-Messe geht in die Verlängerung. Genauer gesagt: Sie wird um einen Tag erweitert, um so viel Programm wie nie zuvor abdecken zu können, gleichzeitig aber auch unvermindert den so wichtigen Raum für das Networking zu bieten.

"Mehr Programm geht praktisch nicht mehr"

Entsprechend eindrucksvoll fallen die Eckdaten in diesem Jahr aus: An vier Tagen wird es im Cinedom als traditionellem Veranstaltungsort ganze 15 Verleihpräsentationen und nicht weniger als 28 kommende Filmhighlights zu sehen geben - so viele wie nie zuvor. "Mehr Programm geht praktisch nicht mehr", freut sich Organisator Martin Molgedey, Geschäftsführer der MMmedia GmbH. "Schließlich wollen wir unsere Besucher am Freitag ja auch nicht zu spät ins Wochenende entlassen." Die jeweils 45-minütigen Tradeshows werden dabei auf drei Tage verteilt, um den Fachbesuchern nicht schon zum Einstieg zu viel abzuverlangen. Wobei man die hervorragende Idee aus dem Vorjahr, im Anschluss an die einzelnen Blöcke schriftliche Zusammenfassungen auszuhändigen, in diesem Jahr noch konsequenter umsetzen wird. An die Stelle der Papierversion treten dann Downloadlinks auf der Website www.film-messe-koeln.de. Gerade für jene ein großer Vorteil, die aus terminlichen Gründen die eine oder andere Präsentation nicht wahrnehmen können.

Bei den Verleihpräsentationen sind in diesem Jahr sowohl die großen Independents wie auch sämtliche Majors an Bord. Im Einzelnen präsentieren am ersten Tag der Film-Messe Wild Bunch, NFP, Sony, Universal, Weltkino, Studiocanal und die Constantin ausgewählte Highlights der kommenden Monate. Neu ist, dass die Screenings der kompletten Filme bereits am Abend des Messe-Dienstags starten. Den Mittwoch läuten Warner, Splendid, Walt Disney und die Tobis mit ihren jeweils 45-minütigen Auftritten ein, bevor der Cinedom dann ab 14:30 ganz im Zeichen der Screenings steht. Und am Donnerstag wird der Tradeshow-Reigen mit weiteren vier Präsentationen abgeschlossen, dann stehen Concorde, Paramount, Universum/SquareOne und die Fox auf dem Programm. Laut Molgedey hat man bei der Zuweisung der Slots konkret darauf geachtet, Majors und Independents gleich zu behandeln und abwechselnd zum Zuge kommen zu lassen.

Alle Informationen zur Film-Messe Köln inklusive des Zeitplans der Präsentationen.

Fest stehen mittlerweile auch fast alle Titel jener Filme, die in Köln Monate vor ihrem offiziellen Start exklusiv von den Kinobetreibern gesichtet werden können. Im Einzelnen handelt es sich um (in alphabetischer Reihenfolge): "American Assassin", "Annabelle 2", "Borg/McEnroe", "Detroit", "Happy Family", "Home Again", "Immer noch eine unbequeme Wahrheit: Unsere Zeit läuft", "Jugend ohne Gott", "Logan Lucky", "Nur Gott kann mich richten", "Renegades", "Rock My Heart", "Simpel", "Solange ich atme", "The Big Sick", "The Circle", "The Comedian", "The Limehouse Golem", "Tigermilch", "Unsere Erde 2", "Voll verschleiert", "Vorwärts immer!", "Whatever happens", "What happened to Monday?" und "Wunder". Noch eine Überraschung sind zwei Filme aus der kommenden Staffel von Universal sowie ein weiterer Titel, den NFP beisteuert. Um wirklich jedem einzelnen Besucher die Zusammenstellung seines individuellen Wunschprogramms zu ermöglichen, werden sämtliche Filme selbstverständlich auch in diesem Jahr in jeweils zwei Vorstellungen an separaten Tagen gezeigt.

Feedback gefragt

Doch nicht nur die Kinobetreiber sollen sich einen konkreteren Eindruck vom Potenzial der kommenden Filme machen können - sondern auch die Verleiher. Wie Martin Molgedey verrät, wird man in Kooperation mit ComScore den Besuchern im Internet die Möglichkeit geben, jeden einzelnen Titel im Anschluss an die Sichtung mit einer Schulnote zu bewerten. Diese Abstimmung erfolgt selbstverständlich völlig anonym - und die Ergebnisse werden ausschließlich dem jeweiligen Verleih selbst übermittelt. Geplant ist zudem ein "Tippspiel", bei dem Kinobetreiber die Besucherzahlen ausgewählter Filme (jeder Verleih soll hier einen Titel benennen) schätzen sollen. Die jeweiligen Tipps sind natürlich ebenfalls vertraulich - die Tippkönige werden dann Anfang kommenden Jahres im Rahmen der Filmwoche München gekürt.

Besonders wichtig ist den Organisatoren auch, den persönlichen Austausch zu fördern. Die Konzentration der Veranstaltung auf einen einzigen Ort bietet dafür natürlich beste Voraussetzungen; das eigens vor dem Cinedom aufgestellte Zelt hat sich ohnehin als zentraler Treffpunkt bestens bewährt. Und wer weiß, wie schwierig es auf der einen oder anderen europäischen Großmesse ist, auch jenseits fester Essenszeiten an Snacks oder wenigstens akzeptablen Kaffee zu kommen, schätzt das quasi Rund-um-die-Uhr-Catering der Film-Messe womöglich umso mehr - zumal man Wert darauf legt, ein durchaus vielfältiges Angebot zu schaffen. Dank des zusätzlichen Messetages tritt in diesem Jahr neben das traditionelle Get-Together im Restaurant Maybach nun noch ein zusätzliches "Spektakel in der Kantine" am Donnerstag. "Schließlich wollen wir den Gästen, die bis Freitag bleiben, auch Abends etwas bieten", so Molgedey.

"Wir wollen kein zweiter HDF-Kongress sein"

Ihre Besucherzahlen konnte die Film-Messe Köln seit ihrer Gründung vor zehn Jahren kontinuierlich ausbauen - und auch für 2017 rechnet Molgedey mit einer erneuten Steigerung. Der enorme Andrang macht die Veranstaltung natürlich auch als Plattform für Dienstleister attraktiv, doch an dieser Stelle gehen die Organisatoren weiterhin sehr selektiv vor. "Wir wollen kein zweiter HDF-Kongress sein, sondern die Filme in den Vordergrund rücken - so wie wir es seit zehn Jahren machen." Natürlich habe man langjährige, großartige Sponsoren und Partner, denen man auf ausgewählten Flächen im Foyer auch die Möglichkeit zur Präsentation gebe, aber darüber hinaus sei nicht angedacht, die Film-Messe mit zusätzlichen Ausstellern zu überfrachten. "Natürlich erhalten wir immer mehr Anfragen und wir prüfen auch, ob eine Kooperation im Einzelfall Sinn macht", erläutert Molgedey. "Aber wir wollen keine zusätzlichen Messeflächen schaffen - und wir wollen nicht vom Kern der Veranstaltung ablenken."