Kino

Starparade bei Sony

Sony konzentrierte sich bei der Tradeshow in Barcelona auf vergleichsweise wenige Titel - präsentierte diese aber mit viel prominenter Unterstützung.

20.06.2017 09:41 • von Marc Mensch

Sony startete seine diesjährige Tradeshow zur mit einem klaren Appell: " Es ist höchste Zeit, unsere Partnerschaft zu stärken. Wir müssen gemeinsam hart daran arbeiten, jene Disruption zu kontern, die wir tagtäglich erleben", so die Botschaft von Marketing-Chef Josh Greenstein an die Kinobetreiber im Auditorium des CCIB. Applaus war ihm bei diesen Worten erwartungsgemäß gewiss. Auf Contentseite konzentrierte sich das Studio auf vergleichsweise wenige Titek, die man jedoch umso ausführlicher und mit viel prominenter Unterstützung bewarb.

Den Anfang machte Jumanji: Willkommen im Dschungel", dessen erste Bilder einen erheblich besseren Eindruck hinterließen, als die Nacherzählung anhand von Storyboards, die noch Anfang des Jahres bei der zu sehen war. Der Live-Auftritt von Jack Black und Nick Jonas dauerte zwar kaum eine Minute, versetzte - nicht zuletzt dank der geradezu ansteckenden Energie von Black - die Kinobetreiber aber in die richtige Stimmung für ein langes Promo-Reel, das überaus positiv aufgenommen wurde. Brandneu waren zudem die Ausblicke auf den Animationsfilm "Peter Rabbit" nach den Bestsellern von Beatrix Potter (laut Sony der älteste lizenzierte Charakter überhaupt) und "Hotel Transsilvanien 3". Letzterer war zwar noch nicht mit Bewegtbild aus dem Film selbst vertreten, aber ein exklusiver Kurzfilm ließ bereits ahnen, wohin die humorige Reise gehen wird. Eingesetzt wird dieser übrigens vor Emoji - Der Film", einer auf den ersten Blick eher überraschenden Wahl für eine filmische Umsetzung, die allerdings (darauf ließ der bereits bekannte Trailer erneut schließen), sehr clever umgesetzt wurde.

Vor rund zweieinhalb Jahren rief Ex-Warner-Chef Jeff Robinov sein Produktionsunternehmen Studio 8 ins Leben und entschied sich für Sony als Partner. In Barcelona präsentierte er die ersten Früchte seiner neuen Arbeit persönlich und betonte dabei, dass er sein Unternehmen "aus Liebe zum Film und den Filmemachern" gegründet habe. Ziel sei es, das Publikum mit jungen, ambitionierten Filmemachern in Berührung zu bringen - und das mit einem neuen Film alle vier Monate.

Während Robinov mit "Nosferatu" von Robert Eggers die Neuinterpretation eines Klassiker noch nicht mit Bewegtbild präsentieren konnte, lockte zum Drama "Alpha", das sich um die Beziehung eines frühzeitlichen Jägers zu einem Wolf dreht, bereits ein erstes, aussagekräftiges Promo-Reel. Ebenfalls mit erstem, exklusiven Material war der auf wahren Begebenheiten basierende Thriller "White Boy Rick" u.a. mit Matthew McConaughey vertreten.

Allzu viele Kritiker (genauer gesagt 24) haben ihre Stimme zu Baby Driver" zwar noch nicht abgegeben, ein "100 Prozent"-Rating bei der Aggregationsplattform Rotten Tomatoes spricht aber trotzdem Bände über den Actionthriller, bei dem die Musik und die entsprechende Choreografie der Szenen eine nicht nur eine bedeutende, sondern sogar herausragende Rolle spielt. Eine exklusive Szene stimmte auf den Film ein. Der Trailer zur Adaption eines der wichtigsten und beliebtesten Werke von Bestseller-Autor Stephen King sorgte im Netz bereits für Furore - und auf der Leinwand des zentralen Auditoriums des CCIB kam er umso besser zur Geltung, obwohl man sich womöglich die eine oder andere neue Szene des vielversprechenden Titels erhofft haben mochte.

Ein richtig dickes Paket hatte Sony hingegen zu Spider-Man: Homecoming" geschnürt, der nahtlos an den Disney-Hit The First Avenger: Civil War" anschließt und sich mit Robert Downey Jr alias Iron Man höchst prominente Unterstützung aus dem Marvel-Universum holt. Nicht genug damit, dass man die ersten knapp 15 MInuten zeigte, wurden diese auch noch von Hauptdarsteller Tom Holland und Regisseur Jon Watts persönlich auf der Bühne angekündigt. Beim Horroblock, der sich um Insidious 4", Flatliners" und "Cadaver" drehte, setzte man hingegen auf exklusive Trailer.

Getreu dem Motto "Das Beste zum Schluss" kam am Ende natürlich noch Blade Runner 2049" zum Zug. Und auch wenn man sich hinsichtlich der gezeigten Szenen noch etwas mehr hätte wünschen mögen als das Promo-Reel, punktete Sony mit den Prominenten, die man nach Barcelona mitgebracht hatte: Regisseur Denis Villeneuve und Hauptdarsteller Ryan Gosling sorgten für den bis dato lautesten und längsten Applaus der diesjährigen CineEurope.