Kino

Bayerischer Filmpreis für fünf Regisseurinnen

Beim diesjährigen Bayerischen Filmpreis geriet die Vergabe des Regiepreises zu einem klaren Statement pro Quote. Den Produzentenpreis sicherte sich das Quartett von "Willkommen bei den Hartmanns", eine von vier doppelt ausgezeichneten Produktionen.

20.01.2017 21:00 • von Jochen Müller
Simon Verhoeven (Bildmitte) mit den beiden Produzenten von "Willkommen bei den Hartmanns", Max Wiedemann und Quirin Berg (Bild: Wiedemann & Berg)

Ein Novum: Die Jury des Bayerischen Filmpreises vergab den Regiepreis gleich fünf Mal. Das siegreiche Quintett bilden die schon vielfach prämierte Maren Ade für Toni Erdmann", Nicolette Krebitz für Wild", Franziska Meletzky für Vorwärts immer!", Marie Noëlle für Marie Curie" und Maria Schrader für Vor der Morgenröte". Kleiner Wermutstropfen: Das Preisgeld von 20.000 Euro wird unter den Gewinnerinnen aufgeteilt.

Auch der Produzentenpreis wird geteilt - unter den Machern der Flüchtlingskomödie Willkommen bei den Hartmanns". Die 200.000 Euro Gewinnsumme gehen an Max Wiedemann und Quirin Berg von Wiedemann & Berg, Michael Verhoeven von Sentana Film und seinen Sohn Simon Verhoeven. Da der zuschauerreichste deutsche Film des abgelaufenen Kinojahres auch den Publikumspreis gewann, zählt er zu den vier Produktionen die in den Genuss zweier Auszeichnungen kamen.

Keine große Überraschung, dass "Toni Erdmann"-Tochter Sandra Hüller zur besten Darstellerin gekürt wurde. Eher schon die Auszeichnung für das männliche Pendant - Jörg Schüttauf, der für seine Doppelrolle in der Komödie "Vorwärts immer!" den Preis erhielt. Die zweite Auszeichnung für "Marie Curie" ging an Szenenbildner Eduard Krajewski.

Den Nachwuchsregiepreis bekam in diesem Jahr Jakob M für seinen Film Die Mitte der Welt" zugesprochen. Als beste Nachwuchsdarsteller machten Lea van Acken für die Titelrolle in Hans Steinbichlers Das Tagebuch der Anne Frank" und Jannis Niewöhner für seine Rollen in Jonathan" und Jugend ohne Gott" das Rennen. Beim Preis für Bildgestaltung lag Paula"-Kameramann Frank Lamm in der Jurygunst am höchsten.

Den Dokumentarfilmpreis gewann Andreas Voigt (Regie und Drehbuch) für Alles andere zeigt die Zeit". Tschick"-Produzent Marco Mehlitz von Lago Film erhielt den Preis für den besten Jugendfilm. All diese Individualleistungen erhielten ein Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro.

Über den mit 60.000 Euro dotierten Preis der Verwertungsgesellschaft für Nutzungsrechte an Filmwerken (VGF) durfte sich Produzent David Lindner Leporda für den Film "Die Reise mit Vater" freuen. An die deutschen Produzenten von Oliver Stones Drama Snowden", Philip Schulz-Deyle von KrautPack Entertainment und Moritz Borman, wurde zudem ein undotierter Sonderpreis vergeben.

Als Ehrenpreisträger stand Bruno Ganz bereits im Vorfeld der heutigen Gala im Münchner Prinzregententheater fest.