Kino

Filmwelt trauert um Abbas Kiarostami

Eine der prägenden Persönlichkeiten des iranischen Kinos ist tot.

05.07.2016 12:40 • von Heike Angermaier
Abbas Kiarostami ist tot (Bild: Peripher)

Der renommierte iranische Filmemacher Abbas Kiarostami ist im Alter von 76 Jahren in Paris gestorben. Der 1940 in Teheran geborene Kiarsotami war 2010 vom Filmfest München mit dem CineMerit Award prämiert worden. Der Geschmack der Kirsche" und Die Liebesfälscher" zählen zu seinen bekanntesten Filmen. Der erste wurde beim Festival de Cannes 1997 mit der Goldenen Palme ausgezeichnet. Der zweite bescherte Hauptdarstellerin Juliette Binoche 2010 in Cannes eine Palme. 1999 wurde sein "Der Wind wird uns tragen" mit dem Großen Preis der Jury in Venedig gewürdigt.

Zuvor erntete er mit seiner Trilogie bestehend aus Wo ist das Haus meines Freundes?", der 1988 mit dem Goldenen Leopard in Locarno prämiert wurde, Und das Leben geht weiter", der 1992 in der Cannes-Nebensektion Un certain regard gezeigt wurde, und Quer durch den Olivenhain" (1995), international Aufmerksamkeit und Anerkennung. In den 1960er Jahren zählte er zur Neuen Welle im iranischen Kino, arbeitete auch nach der Islamischen Revolution 1979 unter teils abenteuerlichen Bedingungen in seinem Heimatland, aber auch in Frankreich.

Erst vor kurzem war Abbas Kiarostami in die Oscar-Akademie aufgenommen worden. Nun ist er dem Krebs erlegen. Zu den Fans seiner mit dem cinema verité verwandten Arbeit gehören bzw. gehörten so unterschiedliche Filmemacher wie Martin Scorsese, Akira Kurosawa und Quentin Tarantino.