Kino

Redstone-Familie blockiert Paramount-Verkauf

Der von Viacom-CEO Dauman geplante Teilverkauf von Paramount Pictures dürfte durch einen Winkelzug von Sumner Redstones National Amusements Inc., die die Mehrheit der stimmberechtigten Anteile an Viacom hält, vom Tisch sein.

07.06.2016 10:18 • von
Sumner Redstone, betagter Großaktionär von Viacom (Bild: Kurt Krieger)

Dass Sumner Redstone kein Freund der Idee ist, bei der Viacom-Tochter Paramount Pictures einen Investor ins Boot zu holen, hat der betagte Großaktionär des Medienkonzerns bereits in den vergangenen Wochen über seine Anwälte deutlich gemacht. Nun schickt sich Redstones National Amusements Inc., die die Mehrheit der stimmberechtigten Anteile an Viacom hält, an, den von Viacom-CEO Philippe Dauman favorisierten Teilverkauf vollends zu blockieren. Wie National Amusements am Montag mitteilte, habe man "die Satzung bei Viacom angepasst, um die langfristigen Interessen aller Viacom-Aktionäre zu sichern". Demnach sieht die Geschäftsordnung ab sofort vor, dass jede finanzielle Transaktion, die Paramount Pictures betrifft, im Viacom-Verwaltungsrat einstimmig abgesegnet werden muss. Da sowohl Sumner Redstone als auch dessen nach der Macht bei Viacom strebende Tochter Shari im Board of Directors sitzen, dürfte es für Philippe Dauman ein Ding der Unmöglichkeit werden, Paramount auch nur teilweise zu verkaufen.

Viacom bezeichnete die jüngsten Schritte von National Amusements postwendend als unrechtmäßig, da sie eine Folge "unzulässiger Änderungen" im Verwaltungsrat von National Amusements seien. Sowohl Dauman als auch Redstones langjähriger Firmenanwalt George Abrams waren im Mai aus dem Gremium gedrängt worden, der Fall beschäftigt seitdem die Gerichte. Dauman zweifelt die Zurechnungsfähigkeit des 93-jährigen, offenbar gesundheitlich schwer angeschlagenen Sumner Redstone an und bezichtigt dessen Tochter Shari Redstone, im Hintergrund die Strippen zu ziehen. Noch diese Woche soll zu diesem Thema eine Anhörung stattfinden.