Kino

Tarifvertrag für Film- und Fernsehschaffende tritt in Kraft

Im April tritt der am 1. März zwischen ver.di und der Produzentenallianz ausgehandelte Tarifvertrag für die Film- und Fernsehschaffenden in Kraft.

01.04.2016 11:29 • von Jochen Müller
Matthias von Fintel, Verhandlungsführer von ver.di in den Tarifverhandlungen für die Film- und Fernsehschaffenden (Bild: Christian v. Polentz/transitfoto.de)

Am 1. März hatten ver.di und die Produzentenallianz den entscheidenden Durchbruch bei den Tarifverhandlungen für die Film- und Fernsehschaffenden erzielt. Wie die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di heute mitteilt, wird der Vertrag nun im April in Kraft treten.

Verankert ist darin u.a. eine Reduzierung der täglichen Höchstarbeitszeit. So darf bei Kinoproduktionen statt bisher an 80 nur noch an 60 Prozent der Drehtage 13 statt zwölf Stunden gearbeitet werden; bei historischen TV-Eventproduktionen liegt der Anteil weiterhin bei 80 Prozent. Bei Dokumentationen gilt dem neuen Tarifvertrag zufolge an 80 Prozent der Drehtage eine tägliche Höchstarbeitszeit von zwölf Stunden, bei Daily Soaps sind es sogar 90 Prozent. Wie ver.di heute betont, sei es in diesem Zusammenhang wichtig, dass alle Kolleginnen und Kollegen in Filmteams auf die Einhaltung der Arbeitszeitregeln achten, denn: "Papier ist geduldig".

Ebenfalls ab April gilt die neue Gagentabelle, wonach die Wochengagen um 30 Euro erhöht wurden. Eine weitere Erhöhung um drei Prozent soll im Januar 2017 erfolgen. Neu in diese Gagentabelle aufgenommen wurden fünf Berufe; für sie gibt es nun auch verbindliche Mindestgagen: Herstellungsleitung, Assistenz der Filmgeschäftsführung, Material-Assistenz, Data Wrangler (HD) und Location-Scouting.

Der neue Tarifvertrag im Wortlaut

Gegen die jetzt gültigen Regelungen hatte sich Widerstand geregt gehabt. So bezeichneten der Schauspielerverband IDS und der Berufsverband Kinematografie (BVK) die aktuelle Erhöhung der Wochengage um 30 Euro als "lächerlichen Schritt, der den gefühlten Stillstand ökonomisch umsetzt". Auch könne grundsätzlich weiter legal 13 Stunden lang gearbeitet werden, weshalb die beiden Verbände eine "signifikante und in der Praxis kontrollier- und durchsetzbare Verkürzung der Arbeitszeiten gefordert hatten.