Festival

Sundance-Doppelsieg für "The Birth of a Nation"

Sowohl die Jury als auch das Publikum kürten "The Birth of a Nation" zum besten Film des diesjährigen Sundance Film Festivals. Auch die deutsch-amerikanische Produktion "Morris aus Amerika" konnte sich zwei Preise sichern.

31.01.2016 09:28 • von Thomas Schultze
"The Birth of a Nation" räumte ab in Sundance, in jeder Hinsicht (Bild: Sundance)

Sowohl die Jury als auch das Publikum kürten "The Birth of a Nation" zum besten Film des diesjährigen Sundance Film Festivals - damit gewann nach Nächster Halt Fruitvale Station", Whiplash" und Me and Earl and the Dying Girl" zum vierten Mal in Folge ein Film die beiden Toppreise. "The Birth of a Nation" von Nate Parker hatte in der vergangenen Woche für einen Riesenwirbel geworgt, als Fox Searchlight mit 17,5 Mio. Dollar einen Rekordpreis für die weltweiten Auswertungsrechte zahlte und dabei unter anderem Netflix aus dem Rennen warf. Das Epos über den von Nat Turner geführten Sklavenaufstand im Jahr 1831 hatte im Soge der #OscarsSoWhite-Debatte für zusätzliche Diskussionen gesorgt. Bei seiner Dankesrede sagte Parker nun: "Dank an Sundance, das uns eine Platfform zum Wachsen geboten hat, ungeachtet dessen, was sonst in Hollywood passiert."

Als beste Darsteller wurden Craig Robinson für seinen Auftritt in der deutsch-amerikanischen Koproduktion Morris aus Amerika" (deutscher Produzent: Martin Heisler von Lichtblick Media), Joe Seo in "Spa Night" sowie Melanie Lynskey in The Intervention" geehrt. "Morris aus Amerika" bescherte seinem Regisseur und Autor Chad Hartigan überdies einen Drehbuchpreis. Die besten Regisseure sind Daniel Kwan und Daniel Scheinart für "Swiss Army Man" mit Paul Dano und Daniel Radcliffe, der bei seiner Premiere nicht nur gefeiert worden war. "Ja, wir sind der Film mit der furzenden Leiche, und trotzdem haben wir irgendwie diesen Preis gewonnen", sagte Kwan sarkastisch.

Der Große Preis für die beste Doku ging an "Weiner" über den Skandal um den Politiker Anthony Weiner. Bester Film in der World-Cinema-Sektion ist der israelische Beitrag "Sand Storm". "Wild" von Nicolette Krebitz ging leer aus.