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ARD legt ersten Produzentenbericht vor

Ausdrückliches Lob erntete die ARD von der Produzentenallianz für die Vorlage des ersten Produzentenberichts, aus dem hervorgeht, dass deutlich mehr Aufträge an unabhängige Produzenten erteilt werden. Die Erhebung berücksichtigt jedoch keine Eigenproduktionen der Sender.

23.09.2015 13:14 • von Frank Heine
Unter Federführung von MDR-Intendantin Karola Wille entstand das Zahlenwerk der ARD (Bild: MDR)

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707,1 Mio. Euro beträgt der Gesamtwert aller Auftrags-, Ko- und Mischproduktionen der ARD-Landesrundfunkanstalten und der Degeto im vergangenen Jahr. Darüber gibt der ARD-Produzentenbericht 2014 Aufschluss, den der Senderverbund mit der Produzentenallianz vereinbart hatte. 493,5 Mio. Euro des Vergabevolumens (das entspricht rund 70 Prozent) gingen der Erhebung zufolge an unabhängige Produzenten. Mit dem Bericht sollen Art und Umfang der Zusammenarbeit der ARD mit den Produktionsfirmen ausgewiesen werden.

Er enthält auch eine Darstellung nach Genres, die zeigt, in welchen Programmkategorien Produzenten beauftragt wurden. Zudem ist eine Liste der Auftragsproduzenten - gegliedert nach "abhängig" und "unabhängig" - beigefügt. Interessant, dass acht Produktionsfirmen einer Veröffentlichung ihres Namens widersprachen.

Die federführende MDR-Intendantin Karola Wille hob bei der Präsentation des künftig jährlich veröffentlichten Berichts das "große Interesse" der ARD "an einer vitalen und vielfältigen Produktionslandschaft" hervor. Der ARD-Vorsitzende, NDR-Intendant Lutz Marmor, sprach von einem "weiteren wichtigen Schritt hin zu mehr Transparenz." Eine Einschätzung, die auch die Produzentenallianz teilt. Deren Vorstandsvorsitzender Alexander Thies beglückwünschte die ARD-Verantwortlichen und vermutete hinter dem Bericht eine "außerordentliche Kraftanstrengung". Man begrüße, dass nun "erstmals Basisdaten zur Auftragsproduktion von Degeto und den ARD-Anstalten vorliegen". Für die ARD-Anstalten bedeute der Produzentenbericht auch, "dass sie Gerüchten und Vermutungen mit klaren Zahlen entgegen treten können". Thies bemängelte indes, dass für ein aussagekräftiges Gesamtbild die Angaben zu den Eigenproduktionen der Sender fehlten.

Der komplette Bericht ist einsehbar unter:

http://www.ard.de/download/2136062/ARD_Produzentenbericht.pdf