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Einschaltquoten: Ozapft is

Mit dem termingerecht ausgestrahlten Oktoberfest-"Tatort" vom BR stellten die Münchner Kommissare einen Rekordwert für die 2000er Jahre auf und kamen im 24. Dienstjahr dem fast genau so lang bestehenden Bestwert recht nahe.

21.09.2015 09:27 • von Frank Heine
Miro Nemec, eher im Quoten- als im Wiesnrausch (Bild: BR/Bernd Schuller)

Darauf eine Maß! Zum ersten Mal in den 2000er Jahren gelang dem von Miroslav Nemec und Udo Wachtveitl gespielten Münchner "Tatort"-Duo der Sprung über die Zehn-Millionen-Zuschauer-Marke. Die BR-Folge Die letzte Wiesn", eine Produktion von Wiedemann & Berg, sorgte mit 10,60 Mio. Zuschauern und 30,9 Prozent Marktanteil auch vor den Bildschirmen für ein rekordverdächtiges Volksfest und machte die ARD zum Wochenenddominator. Bessere Werte erzielten die Münchner nur in ihren Anfangsjahren 1991 (Wer zweimal stirbt": 11,70 Mio.) und 1992 ("Kainsmale": 11,47 Mio.). Bei den 14- bis 49-Jährigen war die Wiesn-Folge mit 27,8 Prozent ebenfalls absolut dominierend.

Gold für Sebastian Vettel bedeutete Silber für RTL. Die Kölner kamen beim Gesamtpublikum mit dem Formel-1-Rennen aus Singapur auf 5,26 Mio. Zuschauer und beeindruckende 31,7 Prozent Marktanteil. In der jungen Zielgruppe waren es 25,1 Prozent. Beim ZDF gab es eher lange Gesichter, weil der zweite Teil der Abenteuerromanze Jana und der Buschpilot" mit 4,06 Mio. Zuschauer (MA: 11,8 Prozent) erneut nicht so recht auf Flughöhe kam. "Terra X" lag zuvor bei 3,67 Mio. Zuschauern (MA: 12,3 Prozent). Meist gesehenes privates Primetime-Programm war die Crime-Serie Navy CIS" bei Sat (3,03 Mio. / 8,9 Prozent).

Bei den 14- bis 49-Jährigen entwickelte sich im langen Schatten des "Tatort" ein müdes Rennen zwischen den großen Drei. RTL zettelte mit 11,3 Prozent für The Dark Knight Rises" alles andere als einen Aufstand an, Prosieben blieb mit 10,0 Prozent für Life of Pi: Schiffbruch mit Tiger" höchstens eine Handbreit über Wasser, Navy CIS" und der Ableger Navy CIS: L brachten es auf 10,6 und 9,8 Prozent. Ganz beachtlich schlug sich Kabel 1 mit brachialen 7,8 Prozent dank "Tamme Hanken - Der Knochenbrecher on tour".

Auch am Samstag triumphierte die ARD. Dank der "Sportschau" (5,24 Mio. / 25,6 Prozent) und dem Degeto-Thriller Brandmal" (4,60 Mio. / 16,1 Prozent) gleich doppelt. Die Tivoli-Produktion mit Peter Lohmeyer in der Hauptrolle ließ sogar die gut gestartete Casting-Show "Das Supertalent" auf RTL (4,47 Mio.  / 16,2 Prozent) und "Willkommen bei Carmen Nebel" im ZDF (4,17 Mio. / 15,2 Prozent) hinter sich. Bei den 14- bis 49-Jährigen brachte es "Das Supertalent" auf starke 25,0 Prozent. Prosieben kam mit Star Wars: Angriff der Klonkrieger" immerhin auf 14,2 Prozent, und 9,1 Prozent für den Fabel-Thriller liegen weit über dem ARD-Schnitt.

Der Freitag war hingegen fest in ZDF-Hand. Die Krimiserien Der Staatsanwalt" (4,39 Mio. / 15,5 Prozent) und SOKO Leipzig" (4,25 Mio. / 15,1 Prozent) sowie die anhaltend starke "heute-show" (3,44 Mio. /15,1 Prozent) sorgten für einen Dreifach-Triumph der Mainzer. Für Dani Levys Tragikomödie Der Liebling des Himmels", diesjähriger eröffnungsfilm des Festivals des Deutschen Films,  reichte es nur zu 2,85 Mio. Zuschauern (MA: 10,1 Prozent). Kleiner Trost: 6,7 bei den 14- bis 49-Jährigen sind ganz passabel.