Kino

FFA analysiert Erfolgsträger des ersten Kinohalbjahres

In einer aktuellen Studie hat die FFA die stärksten 25 Filme des ersten Kinohalbjahres untersucht, die sage und schreibe zwei Drittel des Besucheraufkommens auf sich vereinten. Eine Überraschung bietet der Blick auf die Aufmerksamkeitsquellen: Laut FFA spielen soziale Netzwerke nach wie vor keine entscheidende Rolle.

11.09.2015 12:28 • von Marc Mensch
Filmhit mit Bestnote: "Honig im Kopf" (Bild: Warner)

In einer aktuellen Studie hat die FFA die stärksten 25 Filme des ersten Kinohalbjahres 2015 untersucht. Diese vereinten 42,2 Mio. Kinobesucher auf sich - und standen damit für nahezu zwei Drittel (knapp 64 Prozent) des gesamten Besucheraufkommens von knapp 66,2 Mio. deutschen Kinogängern ab zehn Jahren. Damit steigerte die Top 25 ihren Anteil gegenüber dem Vorjahreszeitraum um sechs Prozentpunkte.

Spitzenreiter im ersten Halbjahr war wie schon im Vorjahr ein deutscher Film - wobei der Ausnahmeerfolg "Honig im Kopf" mit knapp sechs Mio. Besuchern im Analysezeitraum seinen Vorgänger auf dem Thron, "Der Medicus", sogar noch deutlich in den Schatten stellte. "Honig im Kopf" war mit einer Durchschnittsnote von 1,30 gleichzeitig der bestbewertete Film in den Top 25, am schwächsten schnitt "SpongeBob Schwammkopf 3D" ab. Die Durchschnittsnote lag bei 1,6 in einem vierstufigen Notensystem. "Honig im Kopf" war vor allem bei den älteren Zuschauern beliebt. Während für die Top-Filme im Schnitt nur 27 Prozent der Tickets für die Zielgruppe 50+ verkauft wurden, lag dieser Wert für Til Schweigers Hit bei 51 Prozent. Auch bei den Entscheidungsgründen für den Kinobesuch sticht die Tragikomödie hervor - denn hier gaben in 35 Prozent der Fälle die Schauspieler den Ausschlag, während die Besetzung im Schnitt nur in 14 Prozent der Fälle als Hauptgrund genannt wurde.

Der beliebteste Film beim älteren Publikum war indes ein anderer: "Frau Müller muss weg", dessen "50+"-Quote bei 58 Prozent lag. In ihrer Analyse hebt die FFA zudem weitere Ausreißer hervor: "Pitch Perfect 2" belegte mit 79 Prozent den Spitzenplatz beim weiblichen Besucheranteil (ggü. 56 Prozent im Gesamtmarkt). Sein Gegenstück war "American Sniper" mit gut zwei Drittel (67 Prozent) Männeranteil. Die jungen Kinogänger bis 15 Jahre begeisterten hingegen vor allem "Fünf Freunde 4" (55 Prozent), "Ostwind 2" (44 Prozent) und "SpongeBob Schwammkopf 3D" (38 Prozent). Insgesamt entfiel auf diese Zielgruppe ein Besucheranteil von zwölf Prozent - wobei erneut anzumerken ist, dass der "reale" Anteil deutlich höher liegt, denn das GfK-Panel, auf dem die Studie basiert, erfasst Kinogänger erst ab einem Alter von zehn Jahren.

Der durchschnittliche Eintrittspreis für die 25 beliebtesten Filme stieg im Vergleich zum ersten Halbjahr 2014 von 8,09 auf 8,33 Euro, wobei die höchsten Ticketpreise naturgemäß bei 3D-Filmen mit Überlänge erzielt wurden: "Der Hobbit: Die Schlacht der fünf Heere" (11,20 Euro) und "Avengers: Age of Ultron" (11,15 Euro). Am unteren Ende der Skala findet sich hingegen mit "Fünf Freunde 4" (6,31 Euro) konsequenterweise ein Familienfilm. Die Stärksten Vorverkäufe wiederum erzielte - wenig überraschend - die Bestseller-Adaption "Fifty Shades of Grey", deren Vorab-Quote mit 18 Prozent doppelt so hoch lag wie der Durchschnitt.

Eine kleine Überraschung bietet der Blick auf die Sources of Awareness: Denn laut FFA konnten die sozialen Netzwerke ihre Bedeutung gegenüber dem Vorjahr zwar steigern, spielten mit durchschnittlich zwei Prozent aber nach wie vor keine entscheidende Rolle. Wichtigste Aufmerksamkeitsquelle war demnach die Fernsehwerbung.

Die komplette Studie "Auswertung der Top-25-Filmtitel des 1. Halbjahres 2015" finden Sie auf der Website der FFA hier.