Kino

Disney führt Hollywood-Power-Ranking an

In einer großen Studie über die Profitabilität der Hollywood-Studios belegte Walt Disney in der Endabrechnung für 2014 den ersten Platz. Der Gewinn des Majors betrug 1,7 Mrd. Dollar. Aber auch die anderen Studios schrieben überzeugend schwarze Zahlen.

23.03.2015 14:40 • von Thomas Schultze
Disneys Tophit 2014: "Guardians of the Galaxy" (Bild: Walt Disney)

Die Ergebnisse am Boxoffice sind nur ein trügerischer Indikator für die Profitabilität eines Majors: Obwohl das amerikanische Kinojahr 2014 einen Verlust von 5,2 Prozent im Vergleich zu 2013 verzeichnete und die Einnahmen aus dem Home-Entertainment-Bereich um elf Prozent zurückgingen, hatten die großen Filmstudios in Hollywood ein überraschend gutes Jahr. Dies ist das Ergebnis der vom "Hollywood Reporter" erstellten Analyse zur Profitabilität der sechs Hollywood-Majors, die das Branchenblatt seit 2010 veröffentlicht. Dabei bezieht das Magazin Punkte wie Kostenkontrolle, VoD-Verkäufe an Unternehmen wie Netflix und den Bereich der Fernsehproduktion, die bei manchen Studios zum Filmsegment gehören, mit ein.

Mit 1,7 Milliarden Dollar Gewinn führt Walt Disney das aktuelle Studio-Ranking an - obwohl das Gesamtboxoffice des Studios im Vergleich zu 2013 um sechs Prozent zurückging. Seit dem Analysenstart im Jahr 2010 stand stets Warner auf dem Siegertreppchen. Disneys gutes Ergebnis speist sich aus dem weltweiten Erfolg von seinem Ende 2013 gestarteten "Die Eiskönigin - Völlig unverfroren", guten Zahlen aus dem Home-Entertainment-Sektor und dem Einspiel von Guardians of the Galaxy" (weltweites Boxoffice: 774, 2 Mio. Dollar) sowie Maleficent - Die dunkle Fee" und Return of the First Avenger".

Auf Platz zwei folgt Twentieth Century Fox mit 1,5 Milliarden Dollar Gewinn - dem bislang besten Ergebnis seit Aufzeichnung der "Hollywood-Reporter"-Analysen. Im Filmsegment punktete der Major mit weltweiten Kinohits wie Planet der Affen: Revolution", Gone Girl", X-Men: Zukunft ist Vergangenheit" und Rio 2". Im Fernsehbereich spielten die guten Ergebnisse von Modern Family", eine neue Staffel von 24" und SVoD-Einnahmen vom Verkauf der Serie The Americans" an Amazon eine Rolle.

Warner Bros. generierte 2014 einen Gewinn von 1,3 Milliarden Dollar. Obwohl das Studio die Kosten seiner Restrukturierung und Flops wie Transcendence", Blended" und Winter's Tale" zu verkraften hatte, performte es dennoch ausgesprochen gut. Im ersten kompletten Jahr unter dem neuen CEO Kevin Tsujihara wurde Warner gestärkt durch Kosteneindämmung, neuen Fernseherfolgen wie Gotham" und "The Flash" sowie Kinohits wie The Lego Movie", "Godzilla" und dem letzten Teil der "Hobbit"-Reihe.

NBC Universal belegt Platz vier und verzeichnete mit 711 Millionen Dollar das profitabelste Jahr hinsichtlich seines operativen Cash Flow - obwohl die Comcast-Tochter beim Umsatz aus dem Filmbereich einen Rückgang von acht Prozent verzeichnete. Aufgefangen werden konnte dies allerdings mit niedrigeren Marketingkosten und einer reduzierten Filmstaffel, zu der die Hits Bad Neighbors", Ride Along" und "Lucy" gehörten. Für dieses Jahr prophezeit der Hollywood Reporter dee Performance des von Donna Langley geführten Studios einen kräftigen Schub mit starken Titeln wie Fifty Shades of Grey", Fast & Furious 7", Minions", Jurassic World", Pitch Perfect 2" und Ted 2".

Die Top Five wird von Sony abgerundet. Der Gewinn des Studios wurde durch den Hacker-Skandal zum Jahresausklang um rund 15 Millionen Dollar geschmälert. Laut Hollywood Reporter legte das operative Ergebnis von Sony um 66 Prozent auf 522 Millionen Dollar zu, was wiederum den Umsatz um zwei Prozent auf acht Milliarden Dollar anhob.

Das Schlusslicht unter den Großen von Hollywood bildet Paramount. Die Viacom-Tochter war neben Fox allerdings auch das einzige Studio, das einen Aufwärtstrend im weltweiten Boxoffice zu vermelden hatte dank Titeln wie Transformers: Ära des Untergangs" und Teenage Mutant Ninja Turtles".