Kino

Bei Universal war Musik drin

Von "Fifty Shades of Grey" über "Fast & Furious 7" und "Jurassic World" bis zu den "Minions": Für Universal verspricht 2015 ein außergewöhnlich guter Jahrgang zu werden. Exklusives Material war zu den ganz großen Filmen zwar eher rar gesät, dafür ließen sich auf der letzten Tradeshow der Filmwoche noch etliche Entdeckungen machen.

16.01.2015 17:01 • von Marc Mensch
Universal-Chef Paul Steinschulte führte durch eine enorm abwechslungsreiche Tradeshow mit zahlreichen Highlights (Bild: Kurt Krieger)

Die abschließende Tradeshow der diesjährigen Filmwoche bestätigte einen Trend: Mit exklusivem Material zu den potenziell größten Blockbustern gehen die US-Studios zunehmend restriktiv um. Nicht, dass dies dem Vergnügen an einer äußert kurzweiligen Universal-Präsentation großen Abbruch getan hätte - schließlich gab es etliche Entdeckungen jenseits der vergleichsweise berechenbaren Hits zu feiern. Und mit einem tatsächlich brandneuen - sehr lustigen - Clip sowie dem (bekannten) Trailer zu "Pitch Perfect 2" startete das Filmwoche-Finale denkbar beschwingt.

Universal-Chef Paul Steinschulte, der durch den Vormittag führte, zeigte sich in einem kurzen Rückblick sehr zufrieden mit 2014. Einem Jahr, in dem man "viele schöne Erfolge" habe feiern können. Und der Blick auf die kommenden Monate begann gleich mit einem echten Kracher: Anhand eines Promoclips illustrierte Universal die unglaubliche Resonanz auf die Trailer-Premiere zu "Fifty Shades of Grey", einem "verdächtig rekordverdächtigen" Thema, wie es Steinschulte formulierte. Und er legte mit Fakten nach: Alleine in Deutschland wurde die literarische Vorlage rund neun Mio. Mal verkauft. Der Trailer verzeichnete hierzulande bislang ganze 18 Mio. Aufrufe. Den Erfolg des Mitte Dezember gestarteten Vorverkaufs wiederum symbolisierte eine eindrucksvolle Zahl: Alleine im Mathäser wurden für das Startwochenende bereits sagenhafte 4500 Tickets verkauft. Da ließ es sich verschmerzen, dass der Film selbst nur mit jenem Trailer in München vertreten war, der schon vor Monaten für Furore sorgte. Seine Premiere feiert "Fifty Shades of Grey" übrigens auf der Berlinale.

Ebenfalls mit Trailern wurden "Trash" von Stephen Daldry, der Hacker-Thriller "Blackhat" von Bildkünstler Michael Mann, der Horrorthriller "Ouija - Spiel nicht mit dem Teufel", der Politthriller "Don't kill the Messenger" und der äußerst vielversprechende Sci-Fi-Thriller "Ex Machina" von Regiedebütant Alex Garland (u.a. Autor von "28 Days Later" und "Sunshine") präsentiert. Zum ersten Mal im Regiestuhl Platz genommen hat auch Russel Crowe: "Das Versprechen eines Lebens", der in Crowes Heimat Australien bereits furios gestartet ist, wurde anhand des Trailers und eines ersten exklusiven Clips vorgestellt.

Die enorme Breite der Universal-Staffel dieses Jahres, die laut Steinschulte nicht annähernd abschließend vorgestellt wurde, demonstrierten darüber hinaus eine Promo zu "Kurt Cobain - Montage of Heck", einer offiziell autorisierten Doku über das Leben der Grunge-Ikone, Trailer zur deutschen Komödie "Halbe Brüder", dem Thriller "The Boy next door", einer Promoankündigung zu "Ted 2", der Fortsetzung zum Komödienphänomen aus dem Jahr 2012 sowie ein erster Trailer zu einem tatsächlich innovativen Horrorthriller: "Unfriended" (AT) spielt sich komplett auf dem Desktop eines PCs ab - und das Resultat sieht exakt so ungewöhnlich aus, wie die Idee klingt. Allemal ein spannender Versuch, insbesondere der "Generation Facebook" ein außergewöhnliches Kino-Seherlebnis zu bieten.

Heiße Rhythmen ganz unterschiedlicher Art wiederum bestimmten erste Trailer zu "Jem and the Holograms" und "Straight Outta Compton". Die Lachmuskeln des Fachpublikums wurden hingegen (hörbar) von der Trailerpremiere und einem ersten exklusiven Clip zur Komödie "Trainwreck" strapaziert. Große (3D-)Bilder wiederum versprechen das starbesetzte Bergsteigerdrama "Everest" und das Fantasy-Epos "Seventh Son", während Guillermo del Toro mit "Crimson Peak" wohligen Grusel alter Schule verspricht, wie eine erste Promorolle andeutete.

Zu den großen potenziellen Blockbustern, bei denen es in diesem Jahr keine neuen Bewegtbild-Entdeckungen bei der Filmwoche zu machen gab, zählen "Jurassic World" und "Fast & Furious 7". Zu beiden Titeln gab es lediglich die bereits veröffentlichten Trailer bzw. im letzteren Fall eine ebenfalls bekannte Promorolle mit Highlights der ersten sechs Filme zu sehen. So ganz wollte Universal die Kinobesucher dann aber doch nicht ohne einen ausführlichen Blick auf eines der großen Highlights dieses Kinojahres entlassen - und beschloss die Tradeshow mit einem langen und äußerst vielversprechenden Clip aus dem 3D-Animationsspektakel "Minions".