Kino

Schlechtester US-Kinosommer seit acht Jahren

Im Kinosommer 2014 hat das US-Boxoffice gut 14 Prozent unter dem vergleichbaren Wert des Vorjahres gelegen und damit den schlechtesten Wert seit 2006 erzielt.

02.09.2014 09:48 • von Jochen Müller
Erfolgreichster Film des US-Kinosommers: "Guardians of the Galaxy" (Bild: Walt Disney)

Mit einem vorläufigen Wert von 4,055 Mrd. Dollar lag das Boxoffice in den USA im Kinosommer 2014 um 14,7 Prozent unter dem Wert des Vorjahres. Wie aus den jetzt veröffentlichten Zahlen hervorgeht, wurde damit auch der schlechteste Wert seit 2006 erzielt; damals war die Vier-Mrd.-Dollar-Marke mit 3,749 Mrd. Dollar deutlich verfehlt worden. Als Gründe für diesen Rückgang nennt der Filmnachrichtenblog "Deadline.com" neben der Tatsache, dass die Fußball-Weltmeisterschaft auch in den USA die Kinospielpläne gut einen Monat lang beeinflusst hat auch die Verschiebungen von Filmen wie Good Dinosaur", Jupiter Ascending" und Fast & Furious 7" ins Jahr 2015.

Erfolgreichster Film des US-Kinosommers war Guardians of the Galaxy" mit einem Einspiel von 280,5 Mio. Dollar. Zum Vergleich: der erfolgreichste Film des US-Kinosommers 2013, Iron Man 3", hatte es auf 408,6 Mio. Dollar gebracht und selbst der Zweit- und Drittplatzierte des Vorjahressommers, "Ich - Einfach unverbesserlich 2" (351,6 Mio. Dollar) und Man of Steel" (290,3 Mio. Dollar), waren erfolgreicher als "Guardians of the Galaxy". Insgesamt spielten die Top-Ten-Filme des US-Kinosommers 2014 2,136 Mrd. Dollar ein, das sind rund 11,4 Prozent weniger als die Top-Ten-Filme des Vorjahressommers.

Zu den Erfolgen des US-Kinosommers 2014 zählen Filme wie Transformers: Ära des Untergangs", der in den USA rund 243 Mio. Dollar, weltweit mehr als eine Mrd. Dollar eingespielt hat, Das Schicksal ist ein mieser Verräter", der rund zehn Mal so viel eingespielt hat wie er gekostet hat, sowie The Purge - Anarchy", Bad Neighbors", "Lucy" und 22 Jump Street". Zu den Enttäuschungen gezählt werden dürfen sicherlich The Expendables 3", der bei einem Produktionsbudget von rund 100 Mio. Dollar in den USA gerade einmal rund 34 Mio. Dollar eingespielt hat - weltweit sind es gut 80 Mio. Dollar - sowie "Sin City 2: A Dame to Kill for", der bei einem Budget zwischen 65 und 75 Mio. Dollar aktuell in den USA bei 11,4 Mio. Dollar steht, und Edge of Tomorrow", dessen Budget zwischen 175 und 180 Mio. Dollar lag, während das Einspiel in den USA nicht einmal 100 Mio. Dollar erreichte.

Erfolgreichstes Studio des US-Kinosommers war Fox mit Filmen wie X-Men: Zukunft ist Vergangenheit" (233,4 Mio. Dollar), Planet der Affen: Revolution" (205,5 Mio. Dollar) und "Das Schicksal ist ein mieser Verräter". Chris Aronson, US-Verleihchef der Fox, sieht den Grund für den Boxofficerückgang im US-Kinosommer insgesamt vor allem in den fehlenden Family-Entertainment-Inhalten: "Im vergangenen Jahr hatten wir drei oder vier Animationsfilme, in diesem Jahr waren es zwei. Große Tentpole-Animationsfilme hatten wir im vergangenen Jahr drei, dieses Jahr war es einer. Und diese Ticketverkäufe kannst du nirgendwo anders aufholen. Das Familienpublikum geht nun mal nicht in beispielsweise 'Sex Tape'.