Kino

Tarantino-Klage gegen Gawker abgewiesen

Im Januar hatte Quentin Tarantino das Medienunternehmen Gawker wegen Urheberrechtsverletzung verklagt. Das zuständige Gericht in Kalifornien hat die Klage jetzt für unzulässig erklärt und dem Regisseur bis 1. Mai Zeit gegeben, die Klage nachzubessern.

01.01.1970 01:00 • von Jochen Müller
Quentin Tarantino hat "The Hateful Eight" noch nicht ganz zu den Akten gelegt (Bild: Kurt Krieger)

Quentin Tarantino ist mit einer Klage gegen das Medienunternehmen Gawker gescheitert - zumindest vorerst. Der Regisseur hatte gegen das Unternehmen Ende Januar eine Millionenklage angestrengt. Auf seinem Blog Defamer habe es unter dem Titel "Hier geht es zu dem geleakten Drehbuch von Quentin Tarantinos 'The Hateful Eight'" habe Gawker einen Link zum Drehbuch zu Tarantinos geplantem Western gesetzt. Wenige Tage zuvor war das Drehbuch bereits ohne Tarantinos Zustimmung im Internet aufgetaucht, woraufhin der Regisseur den Dreh des Films absagte.

"Diesmal sind sie zu weit gegangen. Anstatt eine Geschichte darüber zu veröffentlichen, dass das Drehbuch des Klägers in Hollywood ohne seine Zustimmung kursiert, hat Gawker Media die Grenzen des Journalismus überschritten, indem man sich als erste Quelle darstellt, bei der man das ganze Drehbuch illegal lesen kann", zitierte der "Hollywood Reporter" seinerzeit aus der Anklageschrift.

"Gawker"-Chefredakteur John Cook bestritt gleich, dass man eine Urheberrechtsverletzung begangen habe, schließlich habe man nichts damit zu tun, dass das Drehbuch vorab im Internet aufgetaucht sei. Man habe es nach seinem Auftauchen nur einem breiteren Publikum zugänglich gemacht worden. Der zuständige Richter entschied nun im Sinne des Beklagten und erklärte die Klage für unzulässig. Tarantino habe nicht nachweisen können, dass Gawker eine Urheberrechtsverletzung begangen habe. Der Regisseur habe nun bis zum 1. Mai Zeit, die Klage nachzubessern.

Unterdessen kündigte Tarantino bei einer dreieinhalbstündigen Lesung aus dem Drehbuch an, "The Hateful Eight" möglicherweise doch noch verfilmen zu wollen. "Ich arbeite an einer zweiten Version und es wird auch eine dritte Version geben, aber jetzt lese ich aus der ersten vor", wird Tarantino im Filmnachrichtenblog "Deadline.com" zitiert.