Produktion

Quentin Tarantino sagt "The Hateful Eight" ab

Großer Schock und noch größere Wut bei Quentin Tarantino: Das Drehbuch seines nächsten Films, "The Hateful Eight", ist im Internet aufgetaucht. Der Regisseur hat nun angekündigt, den Film nicht machen zu wollen und den Fall aufzuklären.

22.01.2014 08:10 • von Barbara Schuster
Quentin Tarantino ist enttäuscht (Bild: Sony Pictures)

"The Hateful Eight" sollte Quentin Tarantinos nächster Film werden - nach "Django Unchained" sein zweiter Western. Nachdem er das von ihm selbst geschriebene Drehbuch unlängst einem kleinen, ausgewählten Kreis von Schauspielern gegeben hatte, ist es nun im Internet aufgetaucht. Das hat den Meisterregisseur zu Recht in Rage gebracht. Er will "The Hateful Eight" vorerst nicht inszenieren, er wird das Drehbuch nun sofort als Buch veröffentlichen und sich auf die Suche nach dem Übeltäter machen.

Gegenüber dem Filmnachrichtenblog "Deadline.com" sagte er, dass er sehr niedergeschlagen sei: "Ich habe einen ersten Entwurf meines Drehbuchs fertig gestellt und wollte den Film nicht vor nächstem Winter drehen. Ich habe es sechs Personen vorgelegt und offenbar ging es heute ins Netz." Aufmerksam darauf wurde er, als sein langjähriger Agent Mike Simpson mit Anrufen von Schauspielagenten bombardiert wurde, die ihre Klienten für Rollen in dem Ensemble-Western vorschlagen wollten.

Tarantino nennt auch ganz offen vier der sechs Personen, denen er das Buch persönlich ausgehändigt hatte: zum einen sei es an die drei Schauspieler Michael Madsen, Bruce Dern und Tim Roth gegangen, zum anderen an den "Django Unchained"-Produzenten Reginald Hudlin. Tim Roth könne er von vornherein ausschließen, Hudlin ebenfalls. Die anderen beiden Schauspieler hätten es ihren Agenten weitergegeben, von denen einer es dann in ganz Hollywood verbreitet habe. "Ich weiß nicht, wie diese bescheuerten Agenten arbeiten - aber ich werde den Film bestimmt nicht machen. Ich werde das Buch nun veröffentlichten. Ich habe es sechs Leuten gegeben und wenn ich nicht mal diesem kleinen Kreis vertrauen kann, habe ich keine Lust mehr darauf. Ich bin durch mit dem Projekt." Tarantino vermutet den Übeltäter bei CAA, einer der größten Schauspieleragenturen Hollywoods, die unter anderem Bruce Dern unter Vertrag haben. Die haben es allerdings vehement abgestritten.