Kino

Kinobetreiber ziehen Bilanz des ersten Quartals 2013

01.01.1970 01:00 • von Jochen Müller
Große Lust auf 3D

Mit dem ersten Quartal sind wir durchaus zufrieden. Wir liegen deutlich über den Besucherzahlen des Vorjahres. Die größte positive Überraschung war ganz klar "Django Unchained" - ein wirklich herausragender Erfolg. Im Kinder- bzw. Familienbereich entpuppte sich "Fünf Freunde 2" als ein Zuschauermagnet. Was uns außerordentlich freut, ist die große Lust auf 3D, die wir seit Ende 2012 erfahren. Der Besucheransturm auf die 3D-Versionen von "Der Hobbit" und "Life of Pi" war überwältigend, und der Hype setzt sich mit Filmen wie "Die fantastische Welt von Oz", "Die Croods" oder "G" fort. Für uns als Kinokette, die von Anfang an auf beste 3D-Technik gesetzt hat, ist es eine große Freude zu sehen, wenn 3D-Filme zu Besuchermagneten werden. Nicht ganz die Erwartungen erfüllt haben "Kokowääh 2" und "Stirb langsam - Ein guter Tag zum Sterben". Als absoluter Flop hat sich leider "Jack and the Giants" erwiesen. 2013 trägt großes Potenzial in sich. Uns erwartet viel Unbekanntes, aber mit dem Vermögen ein Hit zu werden - wie zuletzt eben "Django". Es würde mich daher nicht wundern, wenn wir noch viele weitere Überraschungen in diesem Jahr erleben. Und auch der deutsche Film, darf mit dem ersten Quartal zufrieden sein: Mit "Schlussmacher", "Kokowääh 2" und "Fünf Freunde 2" hat er durchaus schon jetzt eine beachtliche Rolle gespielt.

Sehr zufrieden

Aus Sicht von Cinestsr sind wir mit dem ersten Quartal sehr zufrieden und bewegen uns damit im allgemeinen Trend der Branche. Der größte Überraschungserfolg war aus meiner Sicht "Django Unchained", enttäuscht haben uns etwas die Einspielergebnisse von "Les Misérables". Von dieser Produktion, die mir persönlich sehr gut gefallen hat, hatte ich hö-here Zuschauerzahlen erwartet. Gerade die Nachfrage nach alternativem Content nimmt positiverweise weiter zu. Herausragend ist das Interesse an den Live-Übertragungen der Met-Opern. Hingegen sind die Besucherzahlen der Bolschoi-Ballettaufführungen leicht rückläufig. Insgesamt sind die Aussichten auf das Kinojahr 2013 weiterhin erfreulich. Besonders im Bereich der deutschen Produktionen wie auch im 3D-Segment hat das laufende Jahr in Anzahl und Qualität noch sehr viel zu bieten. Deutlich unter Vorjahr

Die Ergebnisse der ersten drei Monate liegen für uns deutlich unter denen des Vergleichszeitraums des Vorjahres, auch unter denen von 2011 und nur wenig über denen in unserem bisher schwierigsten Jahr 2010. Erstaunlicherweise hat sich dies eigentlich nicht so "angefühlt". Die Zahlen sprechen jedoch eine andere Sprache. Sicher hat der Ausnahmefilm "Ziemlich beste Freunde" 2012 sehr zu dem guten Ergebnis beigetragen. Aber auch 2011 hatten wir in diesem Zeitraum mit "Black Swan" und "The King's Speech" Besucherzahlen, die keiner der in diesem Jahr bisher gestarteten Filme auch nur annähernd erreichte. "Hannah Arendt" lief sicher besser, als wir erwartet hatten, aber als einen wirklichen Überraschungshit kann man diesen Film dennoch nicht bezeichnen. "Lincoln", "Der Geschmack von Rost und Knochen" und "Renoir" funktionierten in Leipzig partiell besser als in manch anderen vergleichbaren Orten bzw. besser als im Durchschnitt, aber die Ergebnisse sind dennoch eher als achtbar zu bezeichnen. "Django Unchained", der ja nun auch nicht gerade ein klassischer Arthouse-Titel ist, war im ersten Quartal unser bester Film. Erfreulich dabei ist, dass die OmU-Fassung fast doppelt so viele Besucher erreichte wie die deutsche. Die Aussichten für die kommenden Monate bis hin zum Herbst stimmen, bei allem Optimismus, nicht unbedingt euphorisch. Es kommen zweifellos gute Filme auf den Markt, einen richtigen "Knaller" kann ich jedoch noch nicht ausmachen - aber vielleicht kommt dann doch noch die Überraschung, die bisher ausblieb.

Besser als befürchtet

Das erste Quartal 2013 lief für uns besser als befürchtet. Denn der Überraschung-Blockbuster des Vorjahres, "Ziemlich beste Freunde", hatte eine markante Linie gesetzt. Allerdings konnten der eine erstaunlich breite Zielgruppe ansprechende "Django Unchained" und die beiden deutschen Erfolgsgaranten Til Schweiger und Matthias Schweighöfer für entsprechenden Ersatz sorgen, sodass wir mit einem kleinen Plus ins zweite Quartal starten. Besonders erfreulich ist, dass auch der deutsche Film wieder eine stärkere Rolle spielt. Allerdings darf hierbei auch nicht vergessen werden, dass die Osterferien 2013 überwiegend noch im ersten Quartal stattfanden, während im Vorjahr diese erst Anfang April begannen. Die größte Überraschung im ersten Quartal wird sicherlich "Django" gewesen sein, weil niemand gedacht hätte, dass ein blutrünstiger Western deutlich über vier Mio. Besucher anzieht. Sehr bedauerlich finde ich, dass so exzellente Filme wie "Hitchcock" oder "Nachtzug nach Lissabon" so wenig Aufmerksamkeit erhalten. Beide hätten für mich das Zeug für eine Mio. Besucher. Perfekter Jahresstart

Für uns war es ein perfekter Jahresstart. Ich hätte nie gedacht, dass es nach den super Ergebnissen von 2012 noch besser weitergeht. In der Summe haben wir mehr Filme gezeigt als im gleichen Zeitraum vor einem Jahr - die Mischung war's! Der deutsche Film hat sich mit "Schlussmacher", "Kokowääh 2" und "3096 Tage" endlich erfolgreich zurückgemeldet und macht Lust auf mehr. Das Highlight im ersten Quartal war allerdings "Django Unchained". Mit diesen Zahlen hätte sicher keiner in der Branche gerechnet - ich auch nicht! Meiner Einschätzung nach können wir positiv in die Zukunft schauen. Am -Ende des Jahres werden wir deutschlandweit sicher nochmal fünf Prozent über dem erfolgreichen Ergebnis aus 2012 liegen. Kein Wunder, denn ein Blockbuster jagt den anderen. "Iron Man 3" wird durch den Erfolg der "Avengers" noch mal zulegen, "Die Monster Uni" wird garantiert mehr als drei Mio. Zuschauer in die Kinos locken, "Man of Steel" sollte nicht unterschätzt werden und schon gar nicht "Der Hobbit: The Desolation of Smaug" am Ende eines Fußballlosen Jahres. Ich glaube, die Bilanz 2013 wird genauso zufriedenstellend sein wie der Beginn. Die persönlichen Highlights für mich in den ersten Monaten waren die Besuche von Denzel Washington, Matthias Schweighöfer und der "Rubinrot"-Darsteller. Ich hatte zum Glück keine Enttäuschungen zu verkraften und bin rundum zufrieden.

Insgesamt erfreulich

Das erste Quartal verlief insgesamt erfreulich und über unseren Erwartungen - wir sind mit Schwung ins Jahr 2013 gestartet. Der Januar hat anfangs noch vom vielseitigen Filmmix der Weihnachtszeit profitieren können, dazu kam dann mit dem "Schlussmacher" gleich ein deutscher Film, der den Geschmack des Publikums genau getroffen hat. Mit dem unerwartet starken "Django Unchained" und "Kokowääh 2" kamen dann gleich zwei überzeugende Schwergewichte hinterher. Am Ende des Quartals gab es dann Unterstützung von der Wetterseite - das lang anhaltende kalte Winterwetter kam den Besucherzahlen zugute. Die Menschen haben offensichtlich derzeit wieder verstärkt Lust auf Kino - das stimmt uns optimistisch für den weiteren Verlauf des Jahres. Die größte Überraschung des ersten Quartals: "Django Unchained" hat nicht nur künstlerisch überzeugt, sondern auch ein unerwartet breites Publikum erreichen können. Quentin Tarantino hat seinen Status als Ausnahmeregisseur erneut und so deutlich wie noch nie auch an der Kinokasse unter Beweis stellen können. Einige Überraschungen

Insgesamt können wir mit dem ersten Quartal durchaus zufrieden sein, da der Markt sowohl besucher- als auch umsatzbezogen deutlich über dem Vorjahresniveau liegt und dabei mit einigen Überraschungen aufwarten konnte. Die größte Überraschung ist dabei sicherlich der überwältigende Erfolg von "Django Unchained". Darüber hinaus gab es jedoch eine Vielzahl weiterer Filme, die uns erfreuliche Ergebnisse beschert haben, wie "Life of Pi", "Schlussmacher", aber auch "Fünf Freunde 2" und "Hänsel und Gretel: Hexenjäger". Da auch der Marktanteil des deutschen Films im ersten Quartal gut ausgefallen ist, lässt sich für die ersten drei Monate insgesamt ein sehr positives Fazit ziehen. Zwar werden wir das Niveau im April nicht halten können, dafür verspricht der Mai ein wahres Blockbuster-Feuerwerk. Insgesamt bin ich für den Rest des Jahres zuversichtlich und gehe von einem Gesamtergebnis aus, das etwas über dem des Vorjahres liegen wird.

Im Rahmen der Erwartungen

In unserem Arthouse-Kino in Wuppertal blieben wir aufgrund eines fehlenden Topfilms wie "Ziemlich beste Freunde" hinter dem Vorjahreszeitraum zurück, aber im Rahmen der Erwartungen. "Nachtzug nach Lissabon" bringt derzeit einen Aufwärtstrend. Der herausragende Film für mich war hier "Der Geschmack von Rost und Knochen". In Grevenbroich, wo wir auch Mainstream-Filme zeigen, waren die Besucherzahlen stabil wie im Vorjahr. Aufgrund der 3D-Titel gab es aber einen Umsatzzuwachs. Es wäre generell wünschenswert, wenn sich Filme etwas länger halten könnten. Nach wie vor ist der Abbau in der zweiten Spielwoche teilweise zu drastisch. Die Reinkarnation des Westerns aus dem Auge Tarantinos war schon herausragend. Positiv auch die deutschen Komödien mit Schweighöfer/Schweiger oder auch "Fünf Freunde 2". Der deutsche Film braucht aber mehr Breite. Außerdem wichtig: Endlich eine klare Positionierung für die Kinodigitalisierung, da auch das Treuhandmodell der FFA unterzeichnet wurde.