Festival

Ulrich Seidl im Wettbewerb von Venedig

Die Macher der Filmfestspiele von Venedig haben heute das Programm der 69. Mostra enthüllt. Im gesamten Programm laufen sechs deutsche (Ko-)Produktionen, darunter auch Ulrich Seidls Löwenkandidat "Paradies: Glaube".

26.07.2012 12:30 • von Stefanie Zimmermann

Ulrich Seidl wurde mit "Paradies: Glaube" in den Wettbewerb der 69 eingeladen. Es ist der zweite Teil seiner "Paradies"-Trilogie - deren erster Teil "Paradies: Liebe" feierte dieses Jahr seine Premiere in Cannes. Ein deutscher Regisseur ist diesmal nicht auf dem Festival vertreten - Venedig-Stammgast Margarethe von Trotta präsentiert ihren neuen Film "Hannah Arendt" überraschend nur in Toronto. Es laufen jedoch sechs Filme in Venedig, die als deutsche (Ko-)Produktionen entstanden sind. Im Wettbewerb Venezia 69 enstand neben "Paradies: Glaube", an dem die Tatfilm beteiligt ist, auch Brian De Palmas "Passion" mit einem deutschen Produktionspartner (Integral Film). In der offiziellen Nebenreihe Orizzonti laufen "Wadjda" von Haifaa Al Mansour, "L'intervallo" von Leonardo Di Constanzo sowie "Araf" von Yesim Ustaoglu. In den Kurzfilmwettbewerb Orizzonti Short Films wurde Bertrand Mandico mit "Living Sill Life" eingeladen.

Im Wettbewerb um den Goldenen Löwen muss sich Ulrich Seidl messen mit Terrence Malick ("To The Wonder"), Olivier Assayas ("Something in the Air"), Xavier Giannoli ("Superstar"), Brillante Mendoza ("Sinapupunan"), Takeshi Kitano ("Outrage Beyond"), Harmony Korine ("Spring Breakers"), Kim Ki-duk ("Pieta"), Ramin Bahrani ("At Any Price"), Valeria Sarmiento ("Linhas de Wellington"), Kirill Serebrennikow ("Izmena" mit Franziska Petri) und dem Regieduo Peter Brosens und Jessica Woodworth ("La cinquiéme saison"). Das Gastgeberland Italien hat drei Löwen-Kandidaten im Rennen: Marco Bellocchio ("Bella Addormentata"), Francesca Comencini ("Un giorno speciale") und Daniele Ciprì ("È stato il figlio"). Insgesamt laufen 18 Filme im Wettbewerb - ein Film soll noch nachgemeldet werden - ob dies der lang erwartete "The Master" von Paul Thomas Anderson sein wird?

Außer Wettbewerb werden in Venedig u.a. Susanne Biers "Love Is All You Need", Robert Redfords "The Company You Keep", Kiyoshi Kurosawas "Schokuzai",Spike Lees Michael-Jackson-Doku "Bad 25" und als Abschlussfilm Jean-Pierre Améris' "L'homme qui rit" (mit Gérard Depardieu) gezeigt. Vom israelischen Filmemacher Amos Gitai kommen gleich zwei Beiträge zur Aufführung: sein neuer Film "Lullaby to My Father" sowie "Carmel - Mitten im Krieg" von 2009, der gemeinsam mit dem neuen Film ein "autobiographisches Diptychon" bildet, wie das Festival ankündigt. Der 103-jährige Portugiese Manoel de Oliveira ist mit seinem neuesten Werk "O Bebo e a Sombra" dabei.

Insgesamt werden 50 Filme als Weltpremiere am Lido gezeigt. In diesem Jahr findet das Festival unter der Ägide von Alberto Barbera statt, der das Festival von 1998 bis 2001 schon einmal geleitet hat. Barbera hat das Mostra-Programm verschlankt und will die Marktaktivitäten stärken. Der neue offizielle Venice Film Market findet vom 30. August bis zum 3. September in Räumlichkeiten des Excelsior Hotels am Lido statt. Das Industry Office ist wie gewohnt für die gesamte Dauer des Festivals (29. August bis 8. September) für die Fachbesucher da und bietet eine Vielzahl von Serviceaktivitäten an.