Kino

Chinesischer Investor interessiert sich für AMC Cinemas

Die chinesische Wanda Group verhandelt offenbar über einen Einstieg beim zweitgrößten US-Kinobetreiber AMC.

01.01.1970 01:00 • von Stefanie Zimmermann

Während die US-Studios derzeit ihre Aktivitäten in China ausweiten, um sich ihren Teil des lukrativen Kinomarkts im Reich der Mitte abzuschneiden, loten umgekehrt auch chinesische Investoren ihre Möglichkeiten in den USA aus. Die Wanda Group, einer der großen Kinobetreiber Chinas, hat offenbar Interesse an AMC angemeldet, der zweitgrößten Kinokette Nordamerikas. Laut einem Bericht der "New York Times" verhandelt Wanda mit AMC Entertainment über einen Verkauf der kompletten Kinokette oder aber eines "erheblichen Anteils" an AMC. Weder AMC noch Wanda haben die Verhandlungen bislang offiziell bestätigt.

Damit würde Wanda als erstes Unternehmen über Kinos in den USA und China, den beiden weltweit größten Märkten, verfügen. In China verfügt das Unternehmen, das u.a. auch Hotels und Warenhäuser im Portfolio hat, über 730 Leinwände - überwiegend in Multiplexen, und 47 davon im IMAX-Format. AMC verfügt über 350 Locations mit insgesamt 5050 Leinwänden in Nordamerika. Die Kette gehört derzeit einem Konsortium, zu dem Apollo, JPMorgan, Bain Capital und die Carlyle Group gehören. Der den Verhandlungen zugrunde liegende Wert der AMC-Kette wird laut "NY Times" mit rund 1,5 Mrd. Dollar beziffert.

Dass die mögliche neue chinesische Eigentümerschaft von AMC auch automatisch dazu führen würde, dass mehr chinesische Filme in die US-Kinos kommen, ist fraglich. Bislang stießen nur wenige chinesische Filme auf die Gegenliebe des US-Publikums. IMAX will immerhin den aktuellen Boxoffice-Erfolg "The Flying Swords of Dragon Gate" in ausgewählte US-Locations bringen.