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Sommerkino: ARD räumt Primetime für Spielfilme frei

Erstmals zeigt die ARD im Rahmen ihrer Spielfilmreihe "Sommerkino" US-Blockbuster um 20.15 Uhr. Mit dem Montagssendeplatz geht "Das Erste" in direkte Konkurrenz zum angestammten Fernsehfilmsendeplatz des ZDF.

13.01.2012 13:58 • von Andreas Kloo
Neu: Die ARD zeigt in der Ferienzeit Kinofilme wie "Der Vorleser" montags um 20.15 Uhr (Bild: Senator)

Die ARD räumt dem Kinofilm einen prominenteren Sendeplatz ein. Im Rahmen der Spielfilmreihe "Sommerkino" programmiert "Das Erste" in der Zeit von Juli bis September erstmals Blockbuster montags zur besten Sendezeit um 20.15 Uhr. Mit dieser Neuerung geht die ARD in direkte Konkurrenz zum angestammten Sendeplatz für Fernsehfilme beim ZDF.

Die ARD zeigt dieses Jahr im "Sommerkino" u.a. mit "Willkommen bei den Sch'tis" den erfolgreichsten französischen Kinofilm aller Zeiten. In "Der Vorleser" begeistere Nachwuchsschauspieler David Kross an der Seite von Hollywood-Star Kate Winslet die Kritiker. Sherry Hormann schuf mit "Wüstenblume" ein eindringliches Drama. Darüber hinaus zeigt die ARD in der Ferienzeit die Hollywood-Produktionen "Burn After Reading - Wer verbrennt sich hier die Finger?" und "Briefe an Julia".

Neu ist auch die Verlegung der Nachwuchsreihe "Filmdebüt im Ersten" von Montag auf Donnerstag. Vorteil: Die acht Produktionen, die die ARD dieses Jahr während der Sommerpause von Reinhold Beckmanns Talksendung zeigt, werden nicht mehr in Konkurrenz zum ZDF-Spielfilm ausgestrahlt.

Dem Dokumentarfilm spendiert die ARD am Montag zwei neue Sendeplätze ein. Neben den mindestens zwölf "klassischen" Produktionen, die über das Jahr an diesem Wochentag zu sehen sind, gibt es künftig mit "Die Story im Ersten" und unter dem Label "Geschichte im Ersten" zwei neue Doku-Sendeplätze am Montag.

Der 70. Geburtstag von Margarethe von Trotta ist dem Ersten eine Sonderprogrammierung wert. Von Februar bis April würdigt der Sender die außergewöhnliche Regisseurin und zeigt sechs ihrer Werke: "Ich bin die Andere", "Mit fünfzig küssen Männer anders", "Die bleierne Zeit", "Rosa Luxemburg", "Rosenstraße" und "Vision - Aus dem Leben der Hildegard von Bingen" - letzterer als Free-TV-Premiere.

ARD-Programmdirektor Volker Herres betonte gestern Abend bei der Vorstellung der Programmneuheiten in Hamburg, Qualität sei wichtiger als Quote: "Wir wollen ein spezifisch öffentlich-rechtliches Angebot machen und treffen täglich Entscheidungen - auch gegen die Maximierung der Einschaltquote. Aber natürlich wollen wir mit dem Ersten auch breite Publika ansprechen, weil es ohne Reichweiten keine Relevanz gibt.