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Vorerst keine "Simpsons"-Folgen mit Atom-Pannen im deutschsprachigen Fernsehen

Als Reaktion auf die Katastrophe in Japan haben sich ProSieben, ORF und SF dazu entschieden, vorerst keine Folgen der US-Serie "Simpsons" mehr zu zeigen, in denen es in dem Atomkraftwerk, in dem Homer Simpson arbeitet, zu Zwischenfällen kommt.

01.01.1970 01:00 • von Jochen Müller

ProSieben, ORF und das Schweizer Fernsehen zeigen bis auf Weiteres keine Folgen der US-Zeichentrickserie "Die Simpsons", in denen es zu Pannen in dem Atomkraftwerk von Springfield, in dem Homer Simpson als Sicherheitsinspektor arbeitet, kommt. Das berichtet der "Tagesspiegel" in seiner heutigen Ausgabe. Vor dem Hintergrund der Katastrophe in Japan wäre es derzeit "unpassend, themenaffine Folgen zu zeigen", erklärt ORF-Film- und Serienchefin Andrea Bogad-Radatz. Der ORF habe bis dato auch schon zwei Folgen, in denen Menschen durch Verstrahlung sterben bzw. Witze zum Thema Atomkraft gemacht werden, nicht wie geplant ausgestrahlt. Laut Bogad-Radatz sollen bis Ende April voraussichtlich noch acht weitere Folgen der "Simpsons" verschoben werden. Bei ProSieben will man aus aktuellem Anlass ebenfalls keine Folgen der Serie zeigen, "in welchen das Atomkraftwerk eine größere Rolle spielt." Wie bei den Schweizer Kollegen hat der Münchner Sender bis dato jedoch noch keine "Simpsons"-Folge verschieben müssen.

Allerdings ist das Thema Atomkraft bei den "Simpsons" allgegenwärtig. So fällt Homer Simpson beispielsweise bereits im Vorspann auf dem Weg in den Feierabend ein Plutoniumstab aus der Hand. Diese und andere satirischen Anspielungen auf die Gefahren der Atomkraft, die "Simpsons"-Schöpfer Matt Groening in die Serie eingebaut hat, wurden erstmals 1987, ein Jahr nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl, gesendet.