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Storecheck: Fopp, London, Covent Garden

01.01.1970 01:00 • von Mareike Haus

Erster Eindruck des Testbesuchs: das Ambiente cool, Einrichtung und Aktionsflächen spärlich und die Beatles im Hintergrund "very british". Für einen Nachmittag unter der Woche ist viel los; das Publikum zwischen 25 und 50 Jahren drängt sich um die eng gestaffelten Regale. Trotz der Übernahme durch HMV hat dieser Fopp sein Konzept beibehalten: wenig Schnäppchen, dafür viel hochwertiges Indieprogramm zu saftigen Preisen. Konkret heißt dies, dass die größten Regalflächen im Erdgeschoss dem Genre World Cinema vorbehalten sind, mit Filmen wie "Sin Nombre" oder "Das weiße Band". Der UK-Indievertrieb Artificial Eye bekommt sogar eigene, gebrandete Regale. Die andernorts typische Fixierung auf Neuheiten findet hier kaum statt. Ein kleines Regal mit Fopp-Charts bildet keine offizielle Rangfolge ab, sondern eher die Vorlieben des Publikums: "Gainsbourg" kostet sieben Pfund, "Another Year" ist für einen Zehner zu haben. Einzelne Mainstreamstoffe wie "The Expendables" oder "Ich - Einfach Unverbesserlich" runden das Angebot ab. Positiv: Ausgewählte Releases werden nicht nur schnöde ins Regal gestellt, sondern mit einer Inhaltsangabe und Filmhintergründen aufgewertet. Während sich im Parterre Musik, Filme und Bücher die Flächen teilen, ist das Untergeschoss exklusiv für Silberscheiben reserviert. Zentral steht ein großer Ständer mit Backkatalogangeboten, sortiert nach Filmtiteln von A bis Z. In mehreren Einbuchtungen an den Wänden und Extraständern finden sich einzelne Genres (World Cinema, Musical, HBO-Serien, TV on DVD). Skurril: Special Interest wird hier mit General Interest überschrieben. Außerdem ist die Horrorabteilung, deren FSK-18-Content nicht hervorgehoben oder extra ausgezeichnet wird, etwa dreimal so groß wie das Kids-Regal nebenan. Für die Kleinsten werden Disney-Titel extrem hochpreisig angeboten ("Toy Story" für 20 Pfund). Kinder und Eltern sind hier sicher nicht die Fokusgruppe.

Enttäuschend die Performance auch bei Blu-ray: Im Eck neben der Kasse steht eine kleine Auswahl an High-Def-Titeln zu Preisen, die einem den Schweiß auf die Stirn treiben: "Pans Labyrinth" kostet 30 Pfund, während die DVD ein Regal weiter für ein Zehntel (drei Pfund) zu haben ist. Andere Kataloggähner ("Sex and the City 2", "Paranormal Activity") kosten ebenso wie Neuheiten mindestens 20 Pfund. Zu allem Überfluss finden sich hier nur leere Hüllen, die Discs müssen an der Kasse eingesammelt werden. Insgesamt belegt der Blu-ray-Auftritt, dass sich Fopp eher als Servicedienstleister für Arthouse-DVDs sieht. Dazu passen die Filmtipps der Fopp-Mitarbeiter Zack, Franco, Jacob und Hans, inklusive Hintergrundinfos und Erklärung. Hier kämpft ein Indie-Outlet, das sehr klar weiß, was seine Kunden wollen und was nicht. So kann über die durchaus vorhandenen Schwächen des Ladens ein wenig besser hinweggesehen werden. Storecheck: 9. März

Fopp, London, Covent Garden

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