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Schlechte Wahlbeteiligung, schlechte Einschaltquoten

Waren es bei der letzten Bundestagswahl 2005 noch rund 13 Mio. Zuschauer, die sich für die "Berliner Runde" interessierten, kam die Elefantenrunde gestern auf lediglich 8,64 Mio. Zuschauer. Ein rekordverdächtiges Ergebnis erzielte indes das WDR Fernsehen als "Tatort"-Ausweichkanal.

28.09.2009 13:33 • von Frank Heine
Nicht nur für Westerwelle gab es Grund zum Tanzen: Axel Prahl im WDR-Tatort "Der doppelte Lott" (Bild: WDR/)

Synchron zur enttäuschenden Wahlbeteiligung von vorbehaltlich 70,8 Prozent litt in diesem Jahr die Wahlberichterstattung, insbesondere auch die traditionsreiche "Berliner Runde", die gemeinsam von ARD und ZDF übertragen wurde, unter schwachen Zuschauerzahlen. Mit 5,77 Mio. Zuschauern (MA: 16,9 Prozent) reichte es für die ARD zwar zum Tagessieg. Zählt man die ZDF-Zahlen hinzu erreichte die so genannte Elefantenrunde 8,64 Mio. Zuschauer (MA: 25,3 Prozent) und lag damit zwar auf gehobenem "Tatort"-Niveau, jedoch mit über vier Mio. Zuschauern weniger um knapp ein Drittel hinter dem Ergebnis bei der Bundestagswahl 2005. Vor vier Jahren ging es allerdings um nicht weniger als den Kopf von Kanzler Schröder.

Sport- und Filmhighlights liefen indes gestern gewohnt gut, vor allem auf RTL. Die Kölner konnten am Nachmittag mit der Wiederholung des tiefnächtlichen Formel-1-Grand Prix von Malaysia 4,97 Mio. Zuschauer vor den Bildschirmen versammeln, was einem beachtlichen Marktanteil von 39,3 Prozent entsprach. Auch in der Prime Time war RTL mit Hilfe von Brad Pitt und Angelina Jolie der privaten Konkurrenz deutlich voraus. 4,83 Mio. Zuschauern (MA: 15,1 Prozent) entschieden sich für die Komödie "Mr". Doch auch bei Sat gab es in Anbetracht von 4,24 Mio. Zuschauern (12,5 Prozent) für Navy CIS keinen Anlass zur Beschwerde. ProSieben kam mit Star Wars: Episode III - Die Rache der Sith auf 3,36 Mio. Zuschauer (MA: 11,5 Prozent). In der Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen rangierten Brangelina mit 22,8 Prozent Marktanteil vor den Jedis (18,7 Prozent) und den Marine-Ermittlern (16,6 Prozent).

Ein besonderer Coup gelang dem WDR Fernsehen. Da auf dem angestammten "Tatort"-Platz die Bonner Runde lief, sprang die Kölner ARD-Anstalt in die Bresche und zeigte als Wiederholung die Münsteraner Folge "Der doppelte Lott". Die "Tatort"-Fans honorierten den Senderwechsel und sorgten mit 3,89 Mio. Zuschauern (MA: 11,6 Prozent) für ein rekordverdächtiges Ergebnis.