Festival

Nachwuchs und Altmeister auf dem Filmfest München

Das Filmfest München präsentiert auch in diesem Jahr wieder einen Mix aus Newcomern und klingenden Namen aus aller Welt.

04.06.2009 17:47 • von Stefanie Zimmermann
Michael Manns Gangsterfilm "Public Enemies" feiert Deutschlandpremiere auf dem Filmfest München (Bild: Universal)

Interessant sind aus Branchensicht besonders die deutschen Reihen auf dem Filmfest (26, in denen man allerlei Nachwuchsentdeckungen machen kann - hier sei an den Förderpreis Deutscher Film erinnert, der in diesem Jahr erstmals auch an einen Nachwuchsproduzenten vergeben wird. Zwei Filme von Birgit Schulz und Susanne Schneider in der Deutschen Kinoreihe beleuchten auf introvertierte Weise das Erbe der 68er. Auch drei Komödien sind diesmal dabei, als Highlight Andreas Dresens "Whisky mit Wodka", der seine Weltpremiere in München feiert. Auch die TV-Sektion streift das Thema 68er mit Stefan Krohmers "Dutschke". Als Geheimtipp gilt hier Nina Grosses "Der verlorene Sohn" mit Kostja Ullmann. Auch im internationalen Pogramm laufen alle Filme mindestens als Deutschlandpremiere. Mit Michael Mann ("Public Enemies"), Kathryn Bigelow ("The Hurt Locker") oder Steven Soderbergh ("The Girlfriend Experience") sind klingende Namen im Programm.

Frisch aus wurden etwa "Fish Tank" (Großbritannien), "Kynodontas-Dog Tooth" (Griechenland), der Aboriginee-Film "Samson and Deliah" und der neue Almodóvar, "Zerrissene Umarmungen", importiert. Im Nouveau Cinéma Français sind Veteranen wie André Téchiné und Barbet Schroeder dabei und als besonderes Bonbon bislang unveröffentlichtes Material von Romy Schneider aus Henri-Georges Clouzots aus gesundheitlichen Gründen nie vollendeten Film "L'enfer" von 1964 - in einer Doku von Serge Bromberg und Ruxandra Medrea.

Die Visiones Latinas, die ihr zehntes Jubiläum feiern, werden diesmal ausschließlich mit Nachwuchsfilmen bestückt. Ein kleiner Schwerpunkt wird auf das junge Kino in Chile gelegt. Bei den Filmen der Reihe American Independents ist eine Tendenz zu "Slackervetes"-Filmen zu beobachten - eine Mischung aus John Cassavetes und "Slacker"-Filmen der frühen Neunziger Jahre. Neben einem Fokus Fernost präsentiert das Filmfest in diesem Jahr auch sechs Filme aus Afrika - der Kontinent, der auf den meisten Filmfestivals sonst zu kurz kommt. Gezeigt wird neben dem äthiopischen Epos "Teza" u.a. der Ruanda-Film "My Neighbor My Killer". Nach den Mädchen-Filmen der vergangen Jahre rücken beim Kinderfilmfest diesmal auffällig viele Filme das Coming-of-Age von Jungen in den Fokus, etwa im indischen "Tahaan". Als Weltpremiere läuft der europäische Trickfilm "Mullewapp" zur Eröffnung des Kinderfilmfests.

Um den Opener des Filmfests selbst wird dagegen aktuell noch heftig gerungen - hier mangelt es nicht an Filmen, die in Frage kämen, doch Festivalchef Andreas Ströhl möchte sicher gehen, dass er am 26. Juni auch Regisseur bzw. Hauptdarsteller des Films in Empfang nehmen kann. Bis nächste Woche sollte diese Frage gelöst sein. Klar ist bereits, dass Michael Haneke und Stephen Frears nach München kommen - der frisch gebackene Cannes-Gewinner erhält den CineMerit Award und dem bedeutendsten Vertreter des New British Cinema ist die diesjährige Retrospektive gewidmet. Mehr zum Thema