Film

Erste Abschlüsse auf dem EFM

Auf einem unaufgeregten Berlinale-Filmmarkt haben auch die deutschen Verleiher sich bereits den einen oder anderen Titel gesichert. Gefragt sind in Zeiten der Wirtschaftskrise Filme mit bekannten Namen vor und hinter der Kamera.

12.02.2009 16:01 • von Stefanie Zimmermann
"Mammoth" mit Michelle Williams und Gael García Bernal gehört zu den Wettbewerbstiteln, die auf dem EFM auf Käuferinteresse stoßen (Bild: Berlinale)

Die gute Nachricht zuerst: Der Filmmarkt der Berlinale läuft, trotz der globalen Finanzkrise sind noch vor Ende des EFM zahlreiche Deals getätigt worden. Die großen Bidding Wars um einzelne heiße Projekte bleiben in diesem Jahr jedoch aus. Gefragt sind in wirtschaftlich unsicheren Zeiten sogenannte High Quality Projects, möglichst mit bekannten Namen vor und hinter der Kamera. Daneben gehen nach wie vor günstige Nischenfilme, während es die mittelgroßen Projekte es schwer haben. Seller beklagen, dass die Preise, die für die großen westeuropäischen Territorien gezahlt werden, gut 20 Prozent unter den Preisen von vor fünf Jahren liegen. Schwächer als sonst zeigt sich in diesem Jahr der Handel mit Filmen im Projektstatus.

Unter den diesjährigen Wettbewerbstiteln verzeichnete TrustNordisk Käuferinteresse an "Mammoth" und "Sturm", US-Abschlüsse sollen ummittelbar bevorstehen, "Mammoth" wurde bereits nach Frankreich an Europa Corp verkauft. Auch Rachid Boucharebs Drama "London River" gehört zu den begehrten Wettbewerbsfilmen, er ging schon nach Italien und Spanien. Nach seiner erfolgreichen Premiere am Dienstag sollte auch Stephen Frears Historiendrama "Chéri" keine Probleme haben, Käufer zu finden.

An deutschen Einkäufen melden die Festival-Dailies, dass Constantin Film sich die Rechte an Neil Marshalls "Centurion" gesichert hat, der vom Vorstoß eines römischen Feldherrn in den Norden Anfang des ersten Jahrtausends erzählt. Kinowelt hat die Rechte an "The Ghost" erworben, den Roman Polanski gerade in Babelsberg dreht. Zudem soll Kinowelt offenbar den StudioCanal-Titel "Chloe" von Atom Egoyan ins deutsche Kino bringen, einen Thriller mit Julianne Moore und Liam Neeson. Ein anderer StudioCanal-Titel ist laut EFM-Dailies bei Prokino gelandet, "Le Code a changé" von Danièle Thompson, eine Feel-Good-Comedy mit Dany Boon - Prokino hatte jüngst mit seinen "Sch'tis" Erfolge gefeiert. Der Concorde Filmverleih wird dagegen als Abnehmer eines noch unbetitelten Politthrillers von und mit Robert Redford genannt. Alamode Film soll sich die Rechte am Panorama-Eröffnungsfilm "Nord" gesichert haben, einem Schnee-Roadmovie aus Norwegen von Rune Denstad Langlo.

Zu den Buzz-Titeln auf dem Filmmarkt gehören außerdem Michael Winterbottoms Neokapitalismus-Doku "The Shock Doctrine", "The Rum Diary" mit Johnny Depp (nach Hunter S. Thompson), "London Boulevard" von William Monahan mit Keira Knightley und Colin Farrell sowie das Historienstück "The Young Victoria" mit Emily Blunt.