Film

Detlef Buck über "Hände weg von Mississippi"

26.03.2007 14:41 • von Jochen Müller

"Hände weg von Mississippi" ist ein sonniger Kinderfilm. Ein Gegenentwurf zu "Knallhart"? Man könnte denken, dass das so ist. Zurück aufs Land! Aber nein, es war eher die Gelegenheit, im letzten Sommer wieder drehen zu können. Wir waren gerade in der Postproduktion von "Knallhart", und parallel wurde das Drehbuch zu "Hände weg von Mississippi" entwickelt. Die Frage kam auf, wer führt Regie? Ich sagte, ich mache es.

Wie haben Sie sich dem ersten Kinderfilm Ihrer Karriere genähert? Ich wollte eine Welt erschaffen, die nicht unsicher, sondern schön ist, Spaß bringt und in der sich Kinder wohlfühlen.

Tiere und Kinder - der Albtraum eines jeden Regisseurs! Mit Tieren und Kindern zu arbeiten, ist schwer. Da braucht man Geduld. Mit den Kindern war es anfangs sehr locker, aber nach zehn Tagen schlug es dann um. Eine Neunjährige hatte Heimweh, sagte es aber nicht. Es hat zwei Tage gedauert, bis wir das herausfanden und lösen konnten. Dann war da noch der Dreijährige, unser Marlon Brando. Er sagte: "Wir müssen sofort drehen, sonst habe ich keine Lust mehr, und ich drehe die Szene auch nur einmal."

Waren Sie oft am Rand des Wahnsinns? Wie soll man da als Regisseur reagieren, wenn ein Dreijähriger plötzlich keine Lust mehr hat. Ich musste viel erklären, von der Kameraarbeit bis zum Schnitt, um verständlich zu machen, warum ich was brauche.

Wie unterscheiden sich deutsche von amerikanischen Kinderfilmen? Vielleicht nach der Anzahl der CGI-Effekte? Ich bin nicht dieser Meinung, und bei unserem Film wäre das widersprüchlich gewesen. Er ist analog gedacht und auch so gemacht.

Beschäftigen Sie sich schon mit Ihrem nächsten Projekt? Wir sitzen an einem Agententhriller. Ob daraus etwas wird, kann ich nicht sagen. So viel kann ich aber verraten: Die Vorlage ist wieder ein Roman. Das Drehbuch wird gerade geschrieben, und der Autor weiß davon. Was noch fehlt, ist das Geld. mt