Film

Arena steigt bei Premiere ein

Die Pay-TV-Anbieter Arena und Premiere haben eine weitgehende Kooperation beschlossen. Unter anderem beteiligt sich Arena an Premiere.

08.02.2007 08:03 • von Andreas Kloo
Arena beteiligt sich am ehemaligen Konkurrenten Premiere und übernimmt ein Aktienpaket mit 16,4 Mio. neuen Aktien. Der Aktiendeal ist Teil einer weitgehenden Vertriebsvereinbarung zwischen beiden Pay-TV-Sendern, die Premiere ab sofort die Vermarktung und Ausstrahlung der Fußball-Bundesliga in ganz Deutschland über Satellit erlaubt. In der Vergangenheit war es so, dass Arena die Bundesliga über Satellit vermarktet hat und im Kabel je nach Region bzw. Kabelanbieter entweder Premiere oder Arena zum Zug kam. Neu sind auch Verträge von Premiere mit kleineren Kabelgesellschaften der Netzebenen 4, die die Reichweite des Premiere-Bundesligaangebots noch einmal um 2,2 Mio. Haushalte erhöhen. Darüber hinaus hat Premiere mit der Arena Muttergesellschaft Unity Media einen Kabeleinspeisevertrag für Premiere-Programme in die Unity-Media-Kabelnetze von ish und iesy in Nordrhein-Westfalen beziehungsweise Hessen geschlossen. Der Vertrag sichert Premiere die Programmverbreitung im Kabelnetz der beiden Bundesländer mit 5,1 Mio. Haushalten bis zum Jahr 2017. Die Vereinbarung umfasst auch die HDTV-Kanäle sowie die Spielfilmangebote von Premiere. Damit erreicht das Premiere-Bundesligaangebot - theoretisch - 30 Mio. Fernsehhaushalte in Deutschland.

Außerdem überlässt Arena Premiere die Vermarktungsrechte für Sportsbars sowie ein nicht-exklusives Lizenzrecht an der Marke "Arena" zur Präsentation und Vermarktung von "Bundesliga live". Laut Mitteilung von Premiere wird das Arena-Aktienpaket von einem unabhängigen Finanzinstitut verwaltet und "schließt jegliche Einflussnahme von Arena auf die Unternehmenspolitik von Premiere aus".

Premiere hat nach den heute veröffentlichten vorläufigen Zahlen 2006 Umsatz und Abozahlen stabilisiert und hebt die Prognose für 2007 an. Der Bezahlsender hatte zum Jahreswechsel etwas über 3,4 Mio. Abonnenten und rechnet bis Ende 2007 mit über 3,7 Mio. Abos. Bereits im vierten Quartal 2006 sei eine "Trendwende" geschafft worden mit einem plus von über 36.000 Neukunden netto. Premiere hat im vergangenen Jahr 1,055 Mrd. Euro umgesetzt und damit etwas weniger als 2005, als der Jahresumsatz bei 1,075 Mrd. Euro lag. Den Rückgang des EBITDA-Ergebnisses von 137,5 Mio. auf 47,9 Mio. Euro führt Premiere auf höhere Kosten für Programm, Kundenservice und Hardware zurück. Netto rutschte Premiere deutlich ins Minus und schließt 2006 mit einem Verlust von 161,5 Mio. Euro ab nach einem Gewinn von 48,7 Mio. Euro in 2005.

Die Premiere-Aktie reagierte zu Beginn des heutigen Handelstags an der Frankfurter Börse mit satten Kursgewinnen auf die jüngsten Ereignisse. So lag der Eröffnungskurs mit 18,10 Euro um knapp 20 Prozent über dem gestrigen Schlusskurs von 15,12 Euro. Kurz darauf erreichte sie sogar in der Spitze einen Wert von 18,39 Euro, der um knapp 21 Prozent über dem bisherigen 52-Wochen-Hoch von 15,23 Euro liegt.