Film

Liga_01 Computerfilm expandiert

01.01.1970 01:00 • von Barbara Schuster

Allerdings mussten sich die Teammitglieder als "junge Underdogs in einem doch sehr traditionellen Münchner Markt erst etablieren", so Pablo Bach, neben Justus Engel und Sebastian Faber Geschäftsführer von Liga_01. Vor allem im Bereich visuelle Effekte ist Liga_01 aktiv. Aber auch Werbefilm, On-Air-Design und Animation gehören zur Angebotspalette. Einer ihrer ersten Kunden nach der Gründung war Christian Beckers Produktionsfirma Rat Pack Filmproduktion, mit der Liga_01 an den TV-Thrillern "Ratten 1&2" arbeitete. "Über weitere Fernsehspiele wie 'Das Blut der Templer' oder 'Das Jesus Video' haben wir dann angefangen, uns auch im Kinobereich die Sporen zu verdienen", erklärt Bach. Unter den jüngsten Kinoprojekten ist "Goldene Zeiten" von Peter Thorwarth zu finden, bei dem Liga_01 für die visuellen Effekte verantwortlich zeichnete, oder die Orange-Pictures-Produktion "Open Water 2", für die Retusche- und Compositing-Arbeiten anfielen. Im Fernsehbereich nahm sich die Firma zuletzt der digitalen Erstellung aller Zweiter-Weltkriegs-Szenarien von "Speer und Er" an, "eine Arbeit, die sicherlich zu unseren bislang aufwendigsten zählt", so Bach. Gerade arbeitet das Team an dem ZDF-Dreiteiler "2030 - Der demographische Wandel".

Was die Effekteprofis von Liga_01 besonders auszeichnet, ist, dass sie nicht nur im TV- und Kinobereich besonders fit sind, sondern ebenso in der Werbung ihr Können einsetzen. "Wir haben keinen direkten Arbeitsschwerpunkt. Wir decken alle Bereiche gleichermaßen ab. Aber gerade was neue Ideen und bestimmte Arbeitsweisen angeht, ziehen wir viel aus unserem Werbegeschäft. Zwischen Fernsehen und Kino unterscheiden sich die Anforderungen an unser Team kaum, nur dass man fürs Kino in einer anderen Produktionsqualität arbeiten muss. Doch sicherlich sind wir in diesen Bereichen mit der größten Leidenschaft dabei - hier wollen wir auf alle Fälle noch stärker werden", fügt Bach an. Der Münchner Standort, an dem mittlerweile 21 Mitarbeiter beschäftigt sind, bekommt im Oktober eine erste Filiale in Hamburg. "Die Hamburger Filiale soll in erster Linie auf den Werbefilmmarkt ausgerichtet werden, sodass sich die Münchner verstärkt um den Filmbereich kümmern können", erklärt Bach. Bei einem normalen Produktionsverlauf wird Liga_01 meist schon bei der Budgetierung eines Films ins Boot geholt. "Wir zeigen in diesem Stadium bereits mögliche Einsparpotenziale bei gleichbleibender Produktionsqualität auf. Denn für uns stehen ganz klar der Service und die Qualität im Vordergrund und dass wir den Produzenten als Partner zur Seite stehen", führt Bach aus. Dass visuelle Effekte immer mehr gefragt sind, kann Bach bestätigen. Allerdings bedauert er, dass viele deutsche Produzenten visuelle Effekte "interdisziplinär einbinden wollen. Für die meisten ist dieser Bereich nach wie vor ein Buch mit sieben Siegeln. Deshalb wird hier oft viel zu viel Geld unnötig ausgegeben". Auf internationalem Niveau werde viel stärker auf eine kluge und wirtschaftlich sinnvolle Herangehensweise geachtet. "Hier wird anhand des Drehbuchs genau analysiert, welche Teile auf Zelluloid belichtet und welche Teile mit dem Computer hineinkopiert werden. Alle Departments werden miteinbezogen", erklärt Bach. An talentierten Effektespezialisten, vor allem im CGI-Bereich, mangle es der deutschen Branche jedoch nicht, fügt Bach an. Allerdings würden die guten Leute oft ins Ausland abwandern. "Wir könnten hierzulande mehr internationale Produktionen akquirieren, wenn wir dahinter wären, unserem Talent genügend Anreize hier zu bieten."