Film

Forum: Warum sind Sie Videothekar geworden?

27.02.2006 14:09 • von Mareike Haus
Seefahrt gegen Videothek getauscht

Zu DDR-Zeiten bin ich zehn Jahre zur See gefahren. Eine Anlaufstelle war damals regelmäßig Hamburg, und dort bin ich als Erstes immer in die Videothek gegangen. Ich habe Videos durch den Zoll geschmuggelt und sie mir auf einem teuren VHS-Rekorder angesehen, der nicht mal richtig funktionierte. Videos waren also schon immer mein Hobby, das ich dann zum Beruf gemacht habe. Dass ich die See gegen die Videothek eingetauscht habe, bereue ich heute überhaupt nicht. Ich stehe die ganze Zeit selbst im Laden und liebe meinen Beruf. Dazu pflege ich eine enge Beziehung zu meinen Kunden. Ich weiß genau, wer welchen Film sehen möchte, und kann auch die Neuheiten immer gut verleihen. Knuth Mallwitz, Videothek Mallwitz, Coswig Man kann etwas bewegen Ich habe Spaß am Umgang mit Menschen und nehme gern darauf Einfluss, welche Filme sich die Leute in ihrer Freizeit anschauen. Durch Empfehlungen und gezielte Beratung kann ich die Menschen dazu bringen, auch anspruchsvolle Titel anzusehen. Dadurch bewegt man etwas. Auch spielt die Mediathek bei den Kunden eine immer größere Rolle. Ich persönlich war bereits in der Softwarebranche selbstständig tätig und bin dann über diesen Weg ins Videothekengeschäft eingestiegen. Joachim Krausching, Moviedrom, Kirchheim

Entscheidung fiele heute anders aus Als ich mein Studium der Kunstgeschichte im Zuge der Wende abbrechen musste, habe ich mein Hobby zum Beruf gemacht. Heute würde ich mich allerdings anders entscheiden. Meiner Meinung nach ist diese Branche verlogen: Einerseits wird dem Kunden suggeriert, dass die DVD ein hochwertiges Produkt sei, auf der anderen Seite wird die DVD in Großmärkten verramscht, und die Videotheken haben das Nachsehen. Maik Müller, Videoworld, Bernburg Arbeit ohne Partner nicht zu schaffen Ich habe jahrelang als Angestellter in einer Videothek gearbeitet. Dann wurde ich entlassen und habe selbst einen Laden eröffnet. Ich führe die Videothek heute zusammen mit meiner Frau. Die Entscheidung für die Selbstständigkeit bereue ich nicht. Meine Frau hat mir dabei auch sehr geholfen. Es macht viel aus, wenn man zu zweit ist. Heute arbeiten wir teilweise bis zu 15 Stunden am Tag - ohne einen Partner wäre das für mich gar nicht zu schaffen. Uwe Lühr, Video Wolke, Malente