Film

German Cinema für internationale Fachbesucher

29.01.2003 14:44 • von Jochen Müller

"German Cinema ist die Plattform für die internationale Öffnung", fasst es der Leiter der Reihe, Heinz Badewitz, zusammen. Bei der Auswahl für die Reihe sind Kommerzialität und die Eignung, deutsches Filmschaffen zu repräsentieren ausschlaggebend. Auch dürfen die Filme im Vorjahr nicht in einer der Sektionen in Cannes gelaufen sein, da Cannes wie Berlin auch Filmmarkt ist und Filme in dieser Reihe generell für die Auslandsmärkte verfügbar sein müssen. Die Auswahl der 17 Filme - wegen der Verkürzung des Festivals drei weniger als im Vorjahr - setzt sich aus jungen und arrivierten Regisseuren zusammen. "Diese Mischung entspricht der Tendenz im deutschen Kino", sagt Badewitz. Berücksichtigt werden in German Cinema auch Fernsehfilme und Filme ohne Verleih. "Die Frage nach dem Verleih ist ein echtes Problem", ist sich Badewitz bewusst, wobei er die Problematik der Unterkapitalisierung des Gros der deutschen Verleiher vor Augen hat, "es gibt neue Filme, also muss es auch neue Verleiher geben - es läuft alles auf kleiner Flamme und das ist schade".

Als interessante Entwicklungen hat Heinz Badewitz den Rückgang bekannter Namen und die Rückkehr zu "unglaublich, spannenden Geschichten" beobachtet. "Dieses Jahr sind die Unterschiedlichkeit und Vielseitigkeit des deutschen Kinos deutlich zu sehen. Bekannte Namen gehen zurück, viele neue tauchen auf und diese haben das Potenzial, die neue Generation deutscher Filmemacher zu bilden", sagt Badewitz. Formal sieht er die Entwicklung zu "rauen, griffigen, eigenständigen Filmen, die sich von der TV-Movie-Ästhetik emanzipiert haben". Darüber darf aber nicht das groß angelegte Unterhaltungskino vergessen werden. "Auf Anregung Dieter Kosslicks hin haben wir den erfolgreichsten deutschen Film 2002,,Bibi Blocksberg' von Hermine Huntgeburth, aufgenommen, um damit zu zeigen, wo eine unserer Stärken liegt, nämlich im Kinderfilm", sagt Badewitz. Auch "Anatomie 2" ist im Programm. Weil Badewitz es für richtig hält, Entwicklungen zu verfolgen, weil er den zweiten Teil für besser hält als den ersten und weil "Deutschland Genrekino braucht", wie er unmissverständlich festhält und dies mit "Anatomie 2", aber auch Robert Schwentkes "Tattoo" klar machen will. Ebenfalls dabei sind "Pigs Will Fly" von Eoin Moore und "Das Verlangen" von Iain Dilthey, da diese Regisseure "die Fahne des deutschen Films im Ausland tragen". Weitere Filme sind "Führer Ex" von Winfried Bonengel, "Baby" von Philipp Stölzl, "Nackt" von Doris Dörrie, "Scherbentanz" von Chris Kraus, "Solino" von Fatih Akin sowie "Was nicht passt wird passend gemacht" von Peter Thorwarth. In allen Sektionen in Berlin werden insgesamt 59 deutsche Filme, davon acht Kurzfilme, gezeigt.

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