Film

Drehstart für Louis Leterriers "Danny the Dog"

24.01.2003 11:42 • von Jochen Müller

Nicht von ungefähr wird dieser Film - wie schon Leterriers Debüt "The Transporter" mit Jason Statham, den Tobis am 8. Mai 2003 in die deutschen Kinos bringen wird - von der im Januar 2001 gegründeten Europa Corp. produziert, der von Luc Besson nach Vorbild amerikanischer Studios gegründeten Produktions- und Verleihfirma. Mit seinen Genrefilmen "Subway", "Nikita" und "Leon - Der Profi" hatte er neben Mathieu Kassovitz ("Hass"), Jan Kounen ("Dobermann") und Gerard Krawczyk ("Taxi") die Grundlagen gelegt für ein neues Actionkino, das seine Vorbilder im Adrenalinkino Hollywoods hat. Der erst 29-jährige Louis Leterrier fühlte sich angesprochen: "Was Eisenstein und Kurosawa für die Filmemacher der Nouvelle vague waren, sind für mich 'Indiana Jones' und das Kino von Ridley Scott. So etwas wollte ich auch machen: unterhaltsames, aufregendes Kino für ein großes Publikum." Der Sohn des Filmemachers François Leterrier und der Kostümdesignerin Catherine Leterrier, der die Filmschule der NYU besucht und erste Filmerfahrungen am Set von "Alien - Die Wiederauferstehung" gesammelt hatte, konnte sich als Regieassistent bei "Johanna von Orleans" den Respekt Luc Bessons sichern und wurde von dem Regisseur persönlich gefragt, ob er nicht dessen Drehbuch zu "The Transporter" verfilmen wollte. "Luc Besson ist mein filmischer Ziehvater", erklärt Leterrier. "Ihm habe ich alles zu verdanken, weil er mich ins kalte Wasser warf und ich erst einmal herausfinden musste, ob ich überhaupt schwimmen kann."

Mit "Danny the Dog" folgt nun die zweite Stufe in Leterriers Karriere als Filmemacher. Wieder schrieb Besson das Drehbuch zusammen mit "Das fünfte Element"-Autor Robert Mark Kamen, wieder tritt Besson als Produzent auf. Mit Jet Li, Morgan Freeman, Bob Hoskins und "einem großen internationalen weiblichen Star, den ich noch nicht verraten darf", kann Leterrier auf ein ansehnliches Ensemble zurückgreifen. Und nachdem er bei "The Transporter" mit der Stuntlegende Corey Yuen arbeiten konnte, wird die Martial-Arts-Choreografie diesmal der nicht minder legendäre Xin Xin Xiong ("The Musketeer") übernehmen. "Aber,Danny the Dog' wird kein reiner Kung-Fu-Film werden", verspricht der Regisseur. "Der Schwerpunkt liegt auf Spannung und Atmosphäre, nicht zuletzt weil die Figuren dieses düsteren Thrillers im Stil von,Fight Club' viel besser gezeichnet sind als bei meinem Erstling." Der zehnwöchige Dreh begann am 22. Januar in Paris, wo alle Innenaufnahmen absolviert werden, bevor man nach Glasgow für den Außendreh aufbricht. Das Budget ist identisch mit dem von "The Transporter" - 15 Mio. Dollar, "wenn man die Gagen der Stars nicht einrechnet", betont Leterrier. "In den USA wäre derselbe Film nicht unter 60 Mio. Dollar zu machen", fährt er fort. "Weil wir uns mit weniger Bürokratie herumärgern müssen, sind die Wege kürzer und der Apparat weniger aufgebläht." Zudem werden alle komplexeren Sequenzen im Vorfeld am Storyboard ausgearbeitet, damit man beim Dreh so exakt wie möglich arbeiten kann.

Bis spätestens im Herbst will Leterrier seinen Actionkrimi fertig gestellt haben. In Frankreich wird Europa Corp. die Auswertung selbst übernehmen; in den USA wird Fox ihn ins Kino bringen. Starttermine stehen allerdings noch nicht fest. Und Leterriers Zukunft? "Ich will als Nächstes etwas Eigenes auf die Beine stellen. Ich liebe Luc Besson über alles, aber ich will nicht in die Geschichte eingehen als das Kung-Fu-Kid, das immer auf die Hilfe von Besson zurückgreifen musste. Feststeht, dass es wieder et-was Spannendes und Actiongeladenes sein muss. Das ist das Kino, das ich liebe. Das Kino, das ich machen will."