Film

Schnitt-Preis: Auszeichnung für ein Gütesiegel

07.11.2002 15:05 • von
"Mit Film+ hat sich in Köln neben dem Kamerapreis ein weitere Veranstaltung etabliert, die sich mit der filmischen Formgebung beschäftigt", freute sich kürzlich Michael Schmid-Ospach bei einer Pressekonferenz in Köln. Der Leiter der Filmstiftung NRW hob noch einmal die Bedeutung des Filmschnitts hervor und bedauerte ausdrücklich, dass dieser, wie jüngst auf der Preisverleihung für "Die Manns" beim Deutschen Fernsehpreis, immer noch zu wenig gewürdigt werde. Dies zu ändern hätten sich die Veranstalter langfristig zum Ziel gesetzt. An drei Tagen treffen sich international renommierte Cutter, Regisseure und Schauspieler, um für eine interessierte Öffentlichkeit den Blick auf den Schnitt zu richten - auf jenen Teil also, bei dem es zumeist als Gütesiegel gilt, wenn der Zuschauer diese Arbeit gar nicht wahrnimmt. Veranstalter sind das Kölner Filmmagazin "Schnitt", die gleichzeitig auch noch den Preis für den mit 7500 Euro dotierten Preis für besten Filmschnitt des Jahres vergeben, sowie die Filmstiftung NRW und die Stadt Köln. Unterstützt wird Film+ u. a. vom Bundesverband Filmschnitt (BFS), der FFA - Filmförderungsanstalt, Quality International, Avid Technology, dem Medienpartner Blickpunkt:Film sowie den Sendern RTL und WDR. Dessen Produktionsdirektor Heinz-Joachim Weber hob hervor, dass der WDR allein mit seinen über 100 festangestellten Cuttern ein "natürliches Interesse am Schnitt habe". Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht erneut die Vergabe des Schnitt-Preises. Aus 14 deutschen Spielfilmen im Startfenster zwischen 1. September 2001 bis 31. August 2002, die von den Organisatoren Oliver Baumgarten und Nikolaj Nikitin in einer Vorauswahl ermittelt wurden, hat ein Fachgremium fünf Arbeiten ausgesucht und folgende Cutter nominiert: Mona Bräuer ("Bella Martha"), Martina Matuschewski ("Engel und Joe"), Hana Müller ("Der Felsen"), Peter Przygodda ("Tattoo") und Horst Reiter ("Mondscheintarif"). Erstmals würdigt Film+ mit einer Hommage an Klaus Dudenhöfer ("Serengeti darf nicht sterben") das Lebenswerk eines Editors. Gemeinsam mit dem Deutschen Kamerapreis richtet Film+ ein Panel über die Korrelation zwischen Kamera und Montage aus. Nach dem Andrang im vergangenen Jahr wurde zudem das Nachwuchsforum modifiziert und ausgeweitet. Studierende und Dozenten aus dem Fachbereich "Schnitt/Montage" an den deutschen Filminstitutionen IFS - Internationale FilmSchule Köln, Kunsthochschule für Medien Köln, Hochschule für Film und Fernsehen Konrad Wolf sowie der Filmakademie Baden-Württemberg stellen jeweils ein Profil ihrer Schulen vor.