Kino

Frank Noreiks, Geschäftsführer Filmtheaterbetriebe Spickert: "Wir waren schon immer erfinderisch"

Die Kinos in Deutschland öffnen wieder. Blickpunkt:Film hat sich umgehört und lässt Verleiher und Kinobetreiber mit ihrer Einschätzung zur vergangenen und kommenden Entwicklung im deutschen Kinomarkt zu Wort kommen. Hier berichtet Frank Noreiks, Geschäftsführer Filmtheaterbetriebe Spickert Entertainment GmbH.

30.06.2020 11:10 • von Michael Müller
Der Geschäftsführer Filmtheaterbetriebe Spickert Entertainment GmbH: Frank Noreiks (Bild: Thommy Mardo)

Die Kinos in Deutschland öffnen wieder. Blickpunkt:Film hat sich umgehört und lässt Verleiher und Kinobetreiber mit ihrer Einschätzung zur vergangenen und kommenden Entwicklung im deutschen Kinomarkt zu Wort kommen. Hier berichtet Frank Noreiks, Geschäftsführer Filmtheaterbetriebe Spickert Entertainment GmbH.

Wie haben Sie sich auf die Wiedereröffnung vorbereitet und mit welchen besonderen Maßnahmen wollen Sie um die Besucher werben?

Frank Noreiks: Wir haben lange an unserem Programm gearbeitet, da es bekanntermaßen an frischen, neuen Filmen fehlt. Aber hier waren wir schon immer erfinderisch und starten mit neuen Filmreihen, Saalvermietungen für alle möglichen Zwecke sowie Gaming auf der Leinwand. Wir denken im Moment alles neu und wir sehen hier aber auch die Chance, bestehende Dinge zu hinterfragen und neu zu konzipieren. Hier ist der enge Kontakt zu unseren Besuchern und deren Feedback wichtig. Die Zahlen der ersten Tage bestärken uns, mit den neuen Konzepten genau richtig zu liegen. Natürlich ist uns auch die Sicherheit unserer Besucher sehr wichtig. Mit Spots auf den sozialen Netzwerken oder auch im Kino möchten wir unseren Gästen das Gefühl der Sicherheit geben. Es ist hier für alles gesorgt und die Rückmeldungen der Besucher sind durch die Bank positiv.

Von welchen Unterstützungsmaßnahmen können Sie profitieren und ab wann hoffen Sie, wieder rentabel arbeiten zu können?

Frank Noreiks: Bisher fallen wir durch sämtliche Raster und haben bis heute keine finanzielle Unterstützung erfahren. Wenn weitere Lockerungen der Hygienebestimmungen in Kraft treten und ein entsprechendes Filmangebot am Start ist, gehen wir wieder von einem profitablen Geschäft aus. Wann dies sein wird, können wir zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen. Neben unseren Bemühungen nach finanzieller Unterstützung war uns in den vergangenen Wochen auch wichtig, ideelle Unterstützung aus der Politik zu erhalten. Wir hatten hier Kontakt zu Kommunen, Land und Bund.

Wie viel hängt für Sie davon ab, dass aktuell gesetzte Film-Starttermine Bestand haben? Was rechnen Sie sich für dieses Kinojahr noch aus?

Frank Noreiks: Das ist im Moment einer der wichtigsten Punkte. Wir merken, dass die Kommunikation mit unseren Gästen wichtiger ist denn je. Viele Menschen wissen immer noch nicht, dass unsere Kinos bereits geöffnet haben. Eine kurz- und langfristige Planung zugkräftiger Filme ist schlicht und ergreifend elementar für unser Geschäft. Wenn man so will, ist die Bevölkerung auf Kinoentzug. Wichtig ist jetzt zu kommunizieren, welche Filme wann in die Kinos kommen. Neben einem guten Service ist dies das allerwichtigste. Das föderalistische System macht dies in Deutschland durch unterschiedliche Kinoeröffnungen schwierig. Wir beobachten hier auch die Kinosituation in den USA. Aber wir blicken trotzdem vorsichtig optimistisch in die Zukunft, auch wenn es eine Herausforderung wird. Wir hoffen auf einen starken Herbst und Winter. Schauen wir, wie die kommenden Lockerungen genau aussehen. Davon hängt natürlich viel ab.