Festival

Toronto 2020 wird extra schlank

Das 45. Toronto International Film Festival wird stattfinden, als physischer Event, vom 10. bis 19. September. Allerdings wird es deutlich weniger Filme zu sehen geben: Im letzten Jahr waren es mehr als 300, in diesem Jahr sollen es nur 50 sein. Die ersten wurden auch gleich bekannt gegeben.

25.06.2020 08:26 • von Thomas Schultze

Das 45. wird stattfinden, als physischer Event, vom 10. bis 19. September. Allerdings wird es deutlich weniger Filme zu sehen geben: Im letzten Jahr waren es mehr als 300, in diesem Jahr sollen es nur 50 sein. Die ersten wurden auch gleich bekannt gegeben. Darunter finden sich aus der Sélection officielle von Cannes Another Round" von Thomas Vinterberg, "True Mothers" von Naomi Kawase und Ammonite" von Francis Lee mit Kate Winslet in der Hauptrolle. Außerdem kündigt Toronto für sein Line-up "Concrete Cowboy" mit Idris Elba, Halle Berrys Regiedebüt "Bruised", "Good Joe Bell" mit Mark Wahlberg sowie Suzanne Lindons "Spring Blossom" an. Diese Filme werden an den ersten fünf Tagen des Festivals gezeigt, die traditionell mit der eine Woche früher startenden Mostra in Venedig überlappen und sich damit offenbar nicht im Programm des A-Festival-Konkurrenten aus Europa befinden.

Noch ist ungewiss, wie das TIFF in diesem Jahr konkret ablaufen wird. Vieles ist noch in der Schwebe, weil die Events natürlich auch abhängig davon sind von der Entwicklung der SARS-Cov-2-Pandemie und was von der Stadt zum Zeitpunkt des Festivals überhaupt erlaubt sein wird. Das Organisationsteam um Festivalleiter Cameron Bailey kündigt eine Veranstaltung an, die "maßgeschneidert für diesen Moment" sein wird. Aktuell schwebt den Veranstaltern ein Mix aus Kinovorführungen, digitalen Screenings, Drive-In-Events, eines virtuellen roten Teppichs, Pressekonferenzen und Industriegesprächen vor - alle unter der Maßgabe, dass Social Distancing eingehalten werden kann und eingehalten wird. Aktuell geht das Festival nicht davon aus, Presse aus Territorien außerhalb Kanadas und der USA willkommen heißen zu können.

Insgesamt geht das TIFF von Einnahmeneinbußen von mehr als 50 Prozent aus. "Die Pandemie hat uns schwer getroffen", lässt Cameron Bailey per Statement verlautbaren. "Aber wir reagieren darauf, indem wir zu unserer ursprünglichen Inspiration zurückgehen - die bestmöglichen Filme einem breitestmöglichen Publikum zu präsentieren. Unsere Teams mussten alles noch einmal neu denken und sich neuen Ideen öffnen. In zahllosen Videokonferenzen haben wir im Verlauf der letzten drei Monate das Festival für 2020 von Grund auf neu erbaut. Unsere fast fünf Jahrzehnte umfassender Einsatz für eine starke Kuratierung, Unterstützung von Filmemachern und Kommunikation mit dem Publikum war dabei unser Leitbild." Er verspricht, verstärkt unterrepräsentierte Stimmen in den Fokus zu rücken. Um das Programm angemessen präsentieren zu können, hat das TIFF 50 Filmemacher und Schauspieler als Botschafter für die diesjährigen Filme gewinnen können. Dazu zählen Ava DuVernay, Taika Waititi, Nicole Kidman, Martin Scorsese, Alfonso Cuarón und Isabelle Huppert.