Kino

Mindestabstand kann in NRW auch für mehr als 100 Kinobesucher fallen

Eine ganz entscheidende Klarstellung zur neuen Corona-Verordnung kam heute aus der Staatskanzlei NRW. Demnach ist der Verzicht auf den Mindestabstand im Kinosaal explizit auch bei mehr als 100 Zuschauern möglich.

12.06.2020 13:03 • von Marc Mensch
NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (Bild: Laurence Chaperon)

Die Lockerung der Vorschriften für den Kinobetrieb in Nordrhein-Westfalen fällt sogar noch umfangreicher aus, als zunächst aus NRW kommuniziert. Wie bereits berichtet, kann mit dem Inkrafttreten der Verordnung am 15. Juni bei Aufführungen mit bis zu 100 Personen auf den Mindestabstand von 1,5 Metern verzichtet werden, sofern die Rückverfolgbarkeit der Personen gewährleistet ist.

Ein wenig Verwirrung könnte es dahingehend geben, woran sich die Verordnung denn nun orientiert, denn sowohl die Film- und Medienstiftung NRW als auch die Staatskanzlei bezogen sich in Schreiben auf die Saalgröße, während die Verordnung von "Zuschauern" spricht. Auf telefonische Nachfrage erklärte die Staatskanzlei, dass die korrekte Bezugsgröße die "Besucher im Saal" seien, ergo auch für Säle mit mehr als 100 Plätzen bei Beschränkung der Besucherzahl auf 100 die Voraussetzungen für kleinere Säle greifen würden.

Dies ist aber letztlich nur ein Detail. Entscheidend ist: Der Verzicht auf den Mindestabstand ist nach Informationen der Staatskanzlei ausdrücklich auch bei Vorstellungen mit mehr als 100 Zuschauern möglich. Zwar ist für diese (wie berichtet) ein "besonderes Schutz- und Hygienekonzept" erforderlich, dieses könne aber explizit den Verzicht auf Abstände beinhalten, sofern als Mindestanforderung die Rückverfolgbarkeit der Besucher gewährleistet ist.

"Für Kinos unter 100 Zuschauer muss eine Rückverfolgbarkeit gewährleistet sein muss, aber kein separates Schutzkonzept erstellt werden. Für Kinos mit mehr als 100 Zuschauer muss ein Schutzkonzept erstellt werden. Dieses darf aber beinhalten, dass keine Abstände gewahrt werden, sofern eine Rückverfolgbarkeit möglich ist", heißt es dazu in einem Schreiben der Staatskanzlei.