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Mediaset-Finanzchef kritisiert ProSiebenSat.1-Strategie

Mediaset hält den größten Minderheitsanteil an ProSiebenSat.1. Der Finanzchef des italienischen Unternehmens, Marco Giordani, spricht jetzt vor der Hauptversammlung kritisch über die Strategie des deutschen Unternehmens.

05.06.2020 14:55 • von Michael Müller
Das italienische Unternehmen Mediaset (Bild: Mediaset)

Der Finanzchef des italienischen Medienunternehmen Mediaset, Marco Giordani, hat gegenüber dem Wochenmagazin "Der Spiegel" das Geschäftsmodell von Joyn, dem Streamingdienst von ProSiebenSat1, kritisiert. Mediaset hält mittlerweile laut Eigenaussage 24,9 Prozent des Stimmenanteils beim deutschen Medienunternehmen.

"Für die Nutzer sieht es gut aus, aber wir haben einige Zweifel am Geschäftsmodell", sagte der Mediaset-CFO über Joyn. "In einem fusionierten Unternehmen würden der Technologiechef und der CEO entscheiden, welche Plattform und welches Geschäftsmodell das Beste ist - und am meisten Wachstum verspricht", führte er im Hinblick auf die Mediaset-Plattform aus und nährte damit die Spekulation um einen potenziellen Zusammenschluss der Unternehmen.

Ein Übernahmeangebot zum gegenwärtigen Zeitpunkt schloss er aber weiterhin aus. Giordani sieht im Kampf gegen die weltweit agierende Konkurrenz wie Netflix oder Amazon als einzige Wachstumschance seines Unternehmens eine Konsolidierung auf dem europäischen Medienmarkt.

Über ProSiebenSat.1 sagte er weiter: "Wir wollen dem Management keine Strategie aufdrücken, wir wollen es auch nicht bekämpfen." Gleichzeitig kritisierte Giordani das Management, weil es in seinen Augen in den vergangenen Jahren "ohne eine Strategie für sein Mediengeschäft" agierte. Er sagte auch, dass wenn das Gremium des Aufsichtsrat neu besetzt werde, Mediaset seine Aktionärsstellung geltend machen würde.

Die Hauptversammlung von ProSiebenSat.1 findet am kommenden Mittwoch in nicht-physischer Form statt.