Kino

Cinedom stoppt Wiedereröffnung

Auch wenn Nordrhein-Westfalen vor wenigen Tagen jene kurzfristige Anpassung der Corona-Verordnung beschlossen hat, die Kinos die Aufnahme des Spielbetriebs ab dem morgigen Samstag erlaubt, hat der Cinedom seine Pläne zur Wiedereröffnung kurzfristig gestoppt. Grund sind demnach nicht zuletzt unklare Rahmenbedingungen.

29.05.2020 14:02 • von Marc Mensch
Macht noch nicht an Pfingsten auf: der Cinedom (Bild: Michael Breuer PhotoKonzept)

Der Beschluss kam (wenngleich seit Anfang Mai angekündigt) denkbar spät: Am 27. Mai hat Nordrhein-Westfalen eine Anpassung der Corona-Verordnung beschlossen, die den Kinos in diesem Bundesland die Wiederaufnahme des Spielbetriebs ab dem morgigen Samstag erlaubt. Aus Sicht der Cinedom-Betreiber geht dies jedoch noch nicht mit Klarheit hinsichtlich der konkreten Rahmenbedingungen einher. "Leider sind die Regelungen, die eine Öffnung erlauben, nicht hundertprozentig eindeutig geklärt", erklärt Holger Pfaff als Geschäftsführer eines der besucherstärksten Multiplexe der Republik. Die Konsequenz: Man habe kurzfristig beschlossen, die Planungen zur Wiedereröffnung zu stoppen.

Ein Kernproblem ist dabei die Unsicherheit hinsichtlich der zulässigen Gesamtpersonenzahl in einer Aufführung. So schränkt der § 8 der aktuell geltenden Verordnung die Kapazität auf maximal ein Viertel, höchstens aber 100 Zuschauer pro Vorstellung (in der Verordnung, die u.a. auch Theater umfasst, heißt es "Aufführung") ein. Zwar heißt es im Satz 3 des § 8, dass Aufführungen mit mehr als 100 Personen auf Basis eines "besonderen Hygiene- und Infektionsschutzkonzeptes nach § 2b zulässig" seien. Wie dies genau aussehen soll, ist aber offenbar noch unklar. Zudem fehlt der entsprechende Hinweis in einem FAQ des Landes zur Verordnung ausgerechnet bei den Kinos (nicht aber den Theatern) - was aber tatsächlich lediglich ein redaktionelles Versehen sein dürfte. Ausschlaggebend ist selbstverständlich die Verordnung, nicht das FAQ.

Ein Kernproblem: Eine rechtzeitige Prüfung von Konzepten - wie sie auch der Cinedom angestrebt hatte - war aufgrund der kurzfristigen Änderung der Verordnung (die erst am Abend des 27. Mai erfolgte) offenbar gar nicht erst möglich. Ein Problem, über das auch aus anderen Bundesländern berichtet wird, in denen sehr kurzfristige Anpassungen der Verordnung erfolgten - den Vogel schoss bekanntlich Hamburg ab.

"Wir unterstützen sämtliche Vorgaben, um die Ausbreitung des Coronavirus zu minimieren und das Ansteckungsrisiko für unsere Gäste und Mitarbeiter so gering wie möglich zu halten. Wir haben dazu im Vorfeld ein umfangreiches Hygiene- und Infektionsschutzkonzept entwickelt, um unseren Besuchern ein sicheres Kinoerlebnis zu ermöglichen", erläutert dazu Pfaff.

Schon die geplanten Maßnahmen führten demnach zu einer "radikalen Einschränkung" der Saalkapazitäten, was bereits enorme Einbußen bedeute. "Eine zusätzliche Limitierung auf 100 Besucher pro Saal ist jedoch für ein Kino unserer Größenordnung wirtschaftlich nicht darstellbar", so Pfaff. Und weiter: "Die Monate ohne Einnahmen und mit laufenden Kosten sind sehr herausfordernd. Eine fortlaufende Schließung bedeutet auch für den Cinedom eine weiterhin hohe wirtschaftliche Belastung. Wir stehen in den Startlöchern und wünschen uns daher kurzfristig eine eindeutige Regelung. Wir sind bemüht um Klärung und werden die Entwicklungen weiter intensiv verfolgen, um unseren Gästen schon bald ein unbeschwertes Kinoerlebnis bieten zu können."