Kino

UPDATE 2: Bayern setzt Termin für Kinowiedereröffnung

Bei einer Pressekonferenz hat Ministerpräsident Markus Söder bekannt gegeben, ab wann im Freistaat wieder Theater, Konzerte und Kinovorführungen in geschlossenen Räumen stattfinden können - und man wählte einen späteren Termin als andere Bundesländer. Eine nicht gänzlich unwesentliche Neuigkeit gab es auch zur Hilfe für Solo-Selbständige.

26.05.2020 13:18 • von Marc Mensch
Ministerpräsident Markus Söder (Bild: Bayerische Staatskanzlei)

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat heute bekannt gegeben, ab wann reguläre Kinos im Freistaat den Betrieb wieder aufnehmen können: ab 15. Juni. Selbstverständlich werden auch dann Einschränkungen gelten, zunächst nannte Söder eine pauschale Begrenzung auf bis zu 50 Gäste im Innenraum.

Damit gibt sich Bayern hinsichtlich der anstehenden Lockerungen deutlich konservativer als andere Bundesländer - und das bewusst. Denn Söder konnte zu Beginn der Pressekonferenz zwar ermutigende Zahlen präsentieren (so liege z.B. die aktuell gemessene Infektionsrate in der bayerischen Bevölkerung bei 0,017 Prozent und der Reproduktionsfaktor bei 0,75), warnte aber erneut explizit davor, Dinge zu überstürzen. "Wir wollen die Stabilität nicht gefährden", so Söder, "es gibt noch keinen Anlass zur Entwarnung". In diesem Kontext kritisierte er die ursprünglichen Pläne von Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow noch einmal ausdrücklich als "fatales Signal".

Wer glaube, Corona verschwinde einfach, sei "im besten Fall naiv", so Söder weiter. Dies hätten gerade erst die Ansteckungsfälle bei einem Gottesdienst in Hessen und einem Restaurant in Niedersachsen gezeigt. Wobei man anmerken muss, dass Medienberichten zufolge offenbar beide Infektionsereignisse auf gröbster Missachtung der Hygiene- und Sicherheitsvorschriften zu basieren scheinen.

Der 15. Juni soll nun also der Stichtag für Kinos, Theater und Konzerte sein, wobei Bernd Sibler als bayerischer Staatsminister für Wissenschaft und Kunst anfügte, dass man die genannten Grenzen von 50 Personen im Innenraum und 100 Personen im Freien in einem zweiten (noch nicht konkret terminierten) Schritt auf 350 bzw. 500 erhöhen wolle, soweit die bis dahin gemachten Erfahrungen es zuließen. Hinsichtlich der einzuhalten Maßnahmen verwies Sibler in der Pressekonferenz zunächst lediglich auf die "bekannten Hygienevorschriften", gab auf direkte Nachfrage zur Mund- und Nasenschutzpflicht aber eine wenig konkrete Antwort, die so gedeutet werden könnte, als müsste in Bayern - anders als dies in anderen Bundesländern usus ist - dieser Schutz auch während einer Vorstellung vom Publikum getragen werden.

Ob der Wiedereröffnungstermin nun tatsächlich - wie dies zuletzt Digitalministerin Judith Gerlach als "absolut sinnvoll" bezeichnet hatte - mit jenen Bundesländern abgestimmt wurde, die noch keine Termine gesetzt haben, kam bei der Pressekonferenz nicht zur Sprache.

Interessantes Detail am Rande: Sibler sprach auch das Mitte Mai angekündigte Hilfsprogramm für Spielstätten wie Theater und Kinos an, bezifferte es aber auf 42 statt 50 Mio. Euro. Im Gegenzug sprach er von der Unterstützung von bis zu 284 Kinos (zunächst hatte es 260 geheißen), das wären dann tatsächlich alle Kinos im Freistaat. Auf Filmtheater würden aus dem Programm gemäß der ersten Ankündigung 12 Mio. Euro entfallen, im Rahmen dieser Pressekonferenz brach Sibler die Summe aber nicht auf den Kinobereich herunter.

Eine wichtige Nachricht gab es indes noch für Solo-Selbständige, an deren Unterstützung es nicht zuletzt aufgrund der Antragsbedingungen heftige Kritik gegeben hatte. So sollte ausgeschlossen sein, wer schon zuvor anderweitige Maßnahmen in Anspruch genommen habe. Nun aber soll die neue Hilfe so geregelt werden, dass in einem solchen Fall die bereits gewährte Hilfe auf den Betrag des neuen Programms aufgestockt werden soll, falls dieser höher ausfalle.

Dementsprechend lautet der aktuellste Stand zu den Kino-Wiedereröffnungen (UPDATE mit Hamburg und Brandenburg):

9. Mai: Hessen

15. Mai: Sachsen

18. Mai: Saarland, Schleswig-Holstein

25. Mai: Mecklenburg-Vorpommern

27. Mai: Rheinland-Pfalz, Hamburg

28. Mai: Sachsen-Anhalt (heute bestätigt)

30. Mai: Nordrhein-Westfalen

1. Juni: Baden-Württemberg (heute bestätigt)

6. Juni: Brandenburg

15. Juni: Bayern

Demzufolge fehlen aktuell noch vier Bundesländer. Nachdem in Thüringen heute Medienberichten zufolge wider Erwarten kein Beschluss gefasst wurde, haben wir es vorerst aus der Liste entfernt. An sich hätten die von Bodo Ramelow angekündigten Lockerungen den 6. Juni als Termin definiert.