Produktion

Was die Filmwirtschaft jetzt braucht

Die SPIO hat ein Gesamtkonzept vorgelegt, wie der deutschen Filmwirtschaft in der anstehenden Wiederanlaufphase unter die Arme gegriffen werden kann und soll. Dabei verweist der Verband nicht zuletzt darauf, dass ein Durchstarten dieser Branche besonders hohe positive Effekte auch in anderen Wirtschaftszweigen auslösen würde.

26.05.2020 13:07 • von Marc Mensch
Die SPIO verweist unter anderem auf die besonders hohen volkswirtschaftlichen Effekte der Filmwirtschaft (Bild: Roland Berger Strategy Consultants)

In einem kompakt zusammengefassten Papier haben die SPIO und ihre Mitgliedsverbände der Politik klare Vorschläge unterbreitet, wie man der Filmwirtschaft in der anstehenden Anlaufphase unter die Arme greifen könnte und sollte. Maßnahmen, die der Wirtschaft auch allgemein zugute kämen. Denn wie die SPIO argumentiert: "Das Wirtschafts- und Kulturgut Film bietet Chancen für die konjunkturelle Erholung. Denn die Kinofilmwirtschaft löst besonders hohe Folgeinvestitionen auch in anderen Branchen aus."

Um diesen Punkt zu unterstreichen, werden beispielhaft Zahlen aus der Studie "Volkswirtschaftliche Effekte der Kinofilmproduktion in Deutschland" von Roland Berger Strategy Consultants angeführt. Demnach liegt der Umsatzmultiplikator der Kinofilmwirtschaft bei 2,4; jener der Branchen Chemie und Pharma bei 2,2 bzw. 2,1. Das Potenzial hinter der Tatsache, dass die anlaufende Filmwirtschaft eine besonders effektive Kaskade an Folgeinvestitionen auslöse, die auch andere Branchen wieder schnell in Schwung bringe, solle demnach bei den angekündigten Investitionsoffensiven von Bund und Ländern genutzt werden. "Mutige Schritte können jetzt für einen Nachhaltigkeits- und Digitalisierungsschub in der Filmwirtschaft sorgen und die Wirtschaft beleben", so die SPIO.

Diese Kaskade in Schwung zu bringen, erfordert indes besondere Unterstützung. Denn "während andere Branchen Produktionsstätten wieder in Betrieb nehmen können, sind bei jedem Filmprojekt hohe Anfangsinvestitionen notwendig und lange Produktionsphasen zu berücksichtigen", erläutert die SPIO.

Dazu führt ihr Präsident Thomas Negele aus: "Die Bundesregierung ist gefragt, bei der angekündigten Investitionsoffensive die Filmbranche angemessen zu berücksichtigen. Die Filmwirtschaft hat die Wochen des Stillstands genutzt und steht mit ausgereiften Konzepten für den Neustart bereit. Jetzt liegen die Vorschläge auf dem Tisch, damit die Anlaufphase nicht zur Durststrecke wird. Damit können die Filmunternehmen wieder durchstarten und einen Beitrag zur schnellen wirtschaftlichen Erholung leisten."

Das ausführliche Konzept finden Sie an dieser Stelle.