Produktion

Richtlinien für Filmproduktion in Frankreich in Corona-Zeiten aufgestellt

Vertreter der unterschiedlichen Filmgewerke und der Gewerkschaften haben jetzt auf 40 Seiten Richtlinien zur Filmproduktion in Frankreich in Corona-Zeiten erarbeitet. Sie soll nun Arbeitsministerin Muriel Pénicaud vorgelegt werden.

26.05.2020 08:21 • von Jochen Müller
Für die Filmproduktion in Frankreich in Corona-Zeiten wurde jetzt ein umfangreiches Regularienpapier vorgelegt (Bild: imago images / Frank Sorge)

Auf 40 Seiten haben Vertreter der unterschiedlichen Filmgewerke und Gewerkschaften jetzt Richtlinien für die Filmproduktion in Corona-Zeiten festgelegt. Wie das US-Branchenblatt "Variety" berichtet, sollen diese nun Arbeitsministerin Muriel Pénicaud vorgelegt werden, die dafür grünes Licht geben soll.

Demnach soll es an jedem Set zusätzliche Personen wie Pflegekräfte, einen auf Corona spezialisierten Berater und Reinigungskräfte, die den Set immer wieder desinfizieren werden, geben. Die Fahrten zum/am Set sollen nur in Privatfahrzeugen stattfinden. Die Zahl der Personen, die gleichzeitig am Set sind, soll auf 50 begrenzt werden. Außendrehs sind dem Papier zufolge nur dann möglich, wenn das Gelände für den Dreh abgesperrt werden kann; vor und während des Drehs soll es ständig gereinigt werden.

Kussszenen oder andere intimere Szenen sowie größere Massenszenen oder Kampfszenen sollen nach Möglichkeit umgeschrieben oder mit Masken gedreht werden. Wenn dies nicht möglich oder gewollt ist, sollen die Schauspieler*innen vor dem Dreh auf das Coronavirus getestet oder ihre Temperatur gemessen werden. Auf freiwilliger Basis könnten die Schauspieler*innen in der Zeit vor dem Dreh auch in Quarantäne gehen.

Gerade die Regularien für den Dreh derartiger Szenen hatten unter den Filmemachern zunächst für Widerstand gesorgt, wie Produzent Eric Altmayer gegenüber "Variety" erklärte. In einer vorangegangenen Fassung des Papiers wurde von derartigen Szenen abgeraten, außer, die Darsteller würden Masken tragen.

Altmayer, der mit seiner Mandarin Productions als einer der ersten die Dreharbeiten zu den neuen Filmen von Francois Ozon und David Foenkinos Mitte August wieder aufnehmen will, erklärte, dass die Umsetzung der neuen Richtlinie die Kosten für beide Filme maßgeblich erhöhen würde. Bei Letzterem bezifferte er diesen Kostenzuwachs mit 15 Prozent; darüber hinaus müsse die tägliche Drehzeit um eine Stunde verlängert werden.

Um diese zusätzlichen Kosten abzufedern, wurde am Montag ein 50 Mio. Euro umfassender staatlicher Entschädigungsfonds vorgestellt, der ausschließlich Filme und TV-Serien unterstützen soll, deren Dreharbeiten ab Mitte März Corona-bedingt unterbrochen oder neu angesetzt werden mussten und jetzt fortgesetzt werden. Von Fall zu Fall soll dieser Fonds laut Altmayer bis zu 20 Prozent des Filmbudgets übernehmen.

Das CNC muss diesem Fonds, der die kommenden Filmproduktionen noch bis September unterstützen soll, noch zustimmen.