Kino

Produzentenallianz: Neuer Arbeitsschutzstandard hat Folgen für Produktionswirtschaft

Die Freude bei der Produzentenallianz ist groß, dass es jetzt einen neuen Arbeitsschutzstandard für Film- und Serienproduktionen im Bezug auf die Corona-Pandemie gibt. Bei der Kalkulation von Produktionen gebe es aber noch Redebedarf mit den TV-Sendern.

20.05.2020 14:42 • von Michael Müller
Alexander Thies ist Vorsitzender der Deutschen Produzentenallianz (Bild: Allianz Deutscher Produzenten - Film & Fernsehen)

Die Allianz Deutscher Produzenten - Film & Fernsehen weist in einer Mitteilung am Mittwoch auf einen Arbeitsschutzstandard für Filmproduktionen im Bezug auf die Corona-Pandemie hin, den die Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse (BG ETEM) veröffentlicht hat. Die Produzentenallianz hatte bereits einen eigenen Leitfaden zum Arbeitsschutz entwickelt und so auf die neu geschaffenen Standards einwirken können. Ziel ist es, die Filmschaffenden bei Dreharbeiten vor einer Ansteckung zu schützen und die weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern.

"Obgleich der neue Standard erhebliche Herausforderungen für die Branche mit sich bringt, haben wir nun von autorisierter Stelle einen Handlungsrahmen an die Hand bekommen, der es ermöglicht, dass Film- und Fernsehproduktionen deutschlandweit in allen Genres neu starten oder fortgeführt werden können", sagte der Vorsitzende der Produzentenallianz, Alexander Thies.

Thies betonte, dass der verbindliche Charakter des neuen Arbeitsschutzstandards auch auf die Kalkulation von Produktionen Auswirkungen hat: "Die aus den Sicherheitsmaßnahmen resultierenden Mehrkosten für Produktionen sind aus unserer Sicht nunmehr vollumfänglich als Kalkulationspositionen geltend zu machen. Deshalb hat die Produzentenallianz dazu Gespräche mit den Sendern aufgenommen."

Da der neue Standard auf aktuellen, mit dem Robert-Koch-Institut rückgekoppelten Erkenntnissen zur Pandemie basiere, unterliege er allerdings in den nächsten Wochen sicherlich weiterhin einem dynamischen Erkenntnisprozess. "An diesem Prozess wird sich die Produzentenallianz auch weiterhin beteiligen und die Perspektive der Praxis beisteuern - zum Wohle der Gesundheit aller Beteiligten in den Gewerken sowie der Kreativen und im Sinne der Durch- führbarkeit von anspruchsvollen und kalkulierbaren Film- und Fernsehproduktionen in Zeiten von Covid-19", ergänzte Thies.