Kino

"Noch lange hohe Einnahmeverluste"

Laut dpa haben sich die Kulturminister von Bund und Ländern auf gemeinsame Eckpunkte für die Handhabung kultureller Angebote in der aktuellen Phase der Corona-Krise geeinigt - die auch von dem Bewusstsein getragen seien, dass die Phase der Wiedereröffnung wirtschaftlich schwierig werde. Für Kinos wird ein einheitlicher Startschuss angestrebt: in den Bundesländern, die noch keine Termine gesetzt haben.

18.05.2020 15:47 • von Marc Mensch
Kulturstaatsministerin Monika Grütters (Bild: Elke A. Jung-Wolff)

Nach einem Bericht der dpa, die sich auf ein ihr vorliegendes sechsseitiges Papier beruft, haben sich die Kulturminister von Bund und Ländern auf gemeinsame Eckpunkte für "mehr kulturelles Leben in der Corona-Krise" verständigt. Die Ministerrunde habe sich darin unter anderem für "eine planvolle Öffnung weiterer kultureller Einrichtungen und Aktivitäten" ausgesprochen. "Eine dauerhafte Schädigung der reichhaltigen Kulturlandschaft hierzulande muss verhindert werden", heißt es demnach in dem Papier, dem auch die darin wörtlich festgehaltene Erkenntnis zugrunde liegt, dass es auch nach Wiedereröffnungen "aufgrund der nötigen Schutzmaßnahmen noch lange hohe Einnahmeverluste geben" werde.

Dass es nicht mehr zu einem - auch von den Verbänden angestrebten - bundeseinheitlichen Startschuss für die Kinos kommen wird, ist offensichtlich, denn seit heute darf nach Hessen auch im Saarland, Sachsen und Schleswig-Holstein der Spielbetrieb wieder aufgenommen werden, in (gut) einer Woche sollen Mecklenburg-Vorpommern und Rheinland-Pfalz folgen, danach Nordrhein-Westfalen. Gänzlich von dem Gedanken hat sich die Ministerkonferenz aber nicht verabschiedet, denn es sollten laut dem Papier "möglichst nahe beieinanderliegende Wiedereröffnungstermine angestrebt werden" - in jenen Ländern, die nicht schon Termine festgelegt hätten.

Hintergrund dieses Ansinnens sei, dass Kinos "wesentlich vom überregionalen, oft bundesweit einheitlichen Programmangebot und Filmstarts der Filmverleiher abhängig" seien - und dass Planungsvorläufe zu einem erfolgreichen Neustart der Kinos beitrügen.

Zu dem aktuell in der Diskussion befindlichen Kulturinfrastrukturfonds sagte Kulturstaatsministerin Monika Grütters gegenüber der dpa: "Ziel ist es, die deutsche Kulturlandschaft mit ihren speziellen Bedürfnissen und in ihrer ganzen Vielfalt zu erhalten und möglichst rasch wieder viele Arbeitsmöglichkeiten für Künstlerinnen und Künstler sowie für weitere Beschäftigte im Kulturbetrieb zu schaffen."

Die genauen Rahmenbedingungen für dieses Programm sollen laut einem Bericht des Spiegel Anfang Juni vorgestellt werden, unter Berufung auf das Finanzministerium heißt es dort auch, dass die Hilfen in diesem Kulturtopf unterhalb eines mittleren einstelligen Milliardenbetrags bleiben würden. Laut dpa war aus Kreisen der Länder ein Programm im Umfang von zwei Milliarden Euro aus Mitteln von Bund und Ländern ins Gespräch gebracht worden.