Kino

UPDATE: Verkaufsgerüchte beflügeln AMC-Anteile

Das auf Basis eines Artikels der britischen Daily Mail aufgekommene Gerücht, Amazon könne vor einer Übernahme der weltweit größten Kinokette stehen, hat deren Aktienkurs deutlich steigen lassen. Der Einwurf von Börsenexperten, die (wenig substantiierte) Meldung der Daily Mail könne schlicht auf einer Verwechslung beruhen, ließ ihn zunächst aber wieder sinken...

12.05.2020 15:00 • von Marc Mensch
AMC leidet besonders stark unter der Pandemie (Bild: Frederic J. Brown/AFP/Getty Images)

UPDATE: Mittlerweile hat der Börsenkurs des Kinobetreibers AMC (Entertainment) gerade wieder nachgegeben, während jener des TV-Senders AMC (Networks) stieg. Weil - und auch hier handelt es sich wieder um eine Spekulation, die nicht nennenswert nachhaltiger belegt ist als jene der Daily Mail - Börsenexperten argumentierten, die Zeitung habe die beiden in keiner Weise miteinander verbundenen AMCs schlicht verwechselt...

URSPRÜNGLICHE MELDUNG:

Eines vorab: So einschneidend eine Übernahme der weltweit größten Kinokette durch den Etail-Giganten Amazon auch wäre, so wenig Substanz haben die bisherigen Berichte. Denn sie alle fußen lediglich auf einem Bericht der Daily Mail, der einzig und alleine auf Spekulationen fußt - und dessen (nicht näher genannte) Quellen nach eigenen Angaben nicht einmal wüssten, ob die Gespräche - die offenbar zu einem früheren Zeitpunkt stattgefunden haben sollen, überhaupt noch am Laufen sind.

Was für die Gerüchte spricht, ist natürlich die prekäre Situation, in der sich AMC wegen der weltweiten Kinoschließungen und dem (auch aufgrund der aggressiven Expansionsstrategie der vergangenen Jahre) aufgehäuften Berg an Verbindlichkeiten befindet. Allerdings wäre ein Verkauf unter den gegenwärtigen Rahmenbedingungen (insbesondere dem Wert der Aktien) für die AMC-Anteilseigner kaum attraktiv - was Börsenexperten bereits dazu veranlasste, die Gerüchte als wenig glaubhaft zu bezeichnen.

Weder AMC noch Amazon bezogen Stellung zu den Gerüchten, laut dem US-Branchendienst Deadline hätten dessen Quellen angegeben, dass keine Verkaufsgespräche stattfänden. Dem Börsenkurs von AMC schadeten die Gerüchte allerdings nicht, die Anteile kletterten am gestrigen Handelstag um rund 30 Prozent.

Zuletzt war AMC in die Schlagzeilen geraten, weil das Unternehmen in einer Auseinandersetzung mit Universal hinsichtlich der künftigen Auswertungsstrategie des Studios auf eine Eskalation setzte. Eine Strategie, die in dieser Form weder vom US-Kinoverband NATO noch von anderen Ketten geteilt wurde, auch wenn sich Cineworld seinerseits extrem enttäuscht vom Vorgehen des Studios gezeigt hatte.