Kino

Nächste Bundesländer stecken Zeitplan für Kino-Wiedereröffnungen ab

Nachdem Nordrhein-Westfalen am 6. Mai als erstes Bundesland ein konkretes Datum für die Wiedereröffnung von Kinos unter Auflagen gesetzt hatte, sind weitere Länder nachgezogen - und gehen dabei sogar noch forscher vor als NRW.

07.05.2020 14:19 • von Marc Mensch
Leere Kinosäle sollen in mehreren Bundesländern schon bald der Vergangenheit angehören (Symbolbild) (Bild: Kinopolis)

UPDATE 2: Hessen komt mit einer faustdicken Überraschung: Theoretisch soll der Kinobetrieb dort bereits ab kommenden Samstag, den 9. Mai möglich sein. Doch die Pressekonferenz des Ministerpräsidenten offenbarte Stolpersteine.

UPDATE: Konkret hieß es mittlerweile von der rheinland-pfälzischen Kunstministerin Theresia Bauer, man werde u.a. für Kinos "kommende Woche Eröffnungsperspektiven erörtern und konkrete Stufen festlegen".

URSPRÜNGLICHE MELDUNG:

Zwar war Bayerns Ministerpräsident Markus Söder der erste Landeschef, der den kommenden Fahrplan zur Lockerung der Corona-Maßnahmen vorgestellt hatte (und das noch vor den gestrigen Bund-Länder-Beratungen), aber Amtskollege Armin Laschet aus Nordrhein-Westfalen war ihm dann doch noch bei einem Punkt zuvorgekommen: Er verkündete als erster Ministerpräsident ein Datum, ab dem Kinos (selbstverständlich unter strengen Auflagen) den Betrieb wieder aufnehmen können: den 30. Mai.

Ein Datum, das schon auf Basis des von NRW gemeinsam mit Baden-Württemberg und Niedersachsen vor einigen Tagen vorgelegten Drei-Stufen-Plans - aus dem Baden-Württemberg gestern mit Vorlage eines Fünf-Stufen-Plans offenbar wieder ausgestiegen ist - zwar in etwa erwartet worden war, das weithin aber doch als überraschend frühzeitig gewertet wurde.

Nun aber haben Sachsen und Schleswig-Holstein mit ihren Lockerungsplänen nachgezogen - und in diesen Ländern sollen Kinos bereits ab 18. Mai den Betrieb wieder aufnehmen können. Selbstverständlich auch in diesen Fällen mit deutlich reduzierten Besucherzahlen und unter der Voraussetzung der Vorlage von Sicherheits- und Hygienekonzepten, die u.a. den weiterhin geltenden Sicherheitsabstand von 1,5 Metern gewährleisten. Unklar ist derzeit unter anderem noch, wie die z.B. in Schleswig-Holstein formulierte Beschränkung für Veranstaltungen mit "Sitzcharakter" von 50 Personen auszulegen ist, also ob dies pro Saal oder pro Center zu rechnen wäre.

Es ist nicht gänzlich unwahrscheinlich, dass u.a. Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern dem Beispiel Schleswig-Holsteins und Sachsens folgen, hierzu werden (wie auch aus anderen Bundesländern) zeitnah Neuigkeiten erwartet. Hamburg hingegen will Presseberichten zufolge erst am 12. Mai über weitere Lockerungen befinden.

Unterdessen hat Baden-Württemberg (wie bereits erwähnt) zunächst einen anderen Weg beschritten, als erwartet. Dort wurde gestern ein fünfstufiger Plan vorgelegt (der noch vom Kabinett beschlossen werden muss), der Kinos in die fünfte Phase und damit die höchste Risikogruppe steckt, für die man gestern noch keine zeitliche Perspektive nennen wollte. Was auch insofern überrascht, als Gottesdienste dort bereits wieder erlaubt sind. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte bei der gestrigen Pressekonferenz diese ausdrücklich als Vorbild für den Umgang mit Kinos angeführt.

In Rheinland-Pfalz wurde bei der gestrigen Bekanntgabe der nächsten Lockerungsmaßnahmen noch kein Termin für Kinos genannt, allerdings hieß es, die Kultur solle "zeitnah" eine Perspektive erhalten.