Produktion

Produzentenallianz regt Ausfallfonds an

Die Tatsache, dass sich für Produzent*innen noch keine Möglichkeit konkretisiert, das Ausfallrisiko künftiger Produktionen in der Folge der Corona-Krise zu versichern oder in sonstiger Weise abzudecken, bereitet der Produktionswirtschaft Sorge. Einen Ausweg kann nach Ansicht der Produzentenallianz ein Ausfallfonds bieten.

04.05.2020 13:41 • von Marc Mensch
Uli Aselmann (Bild: die film GmbH)

Die Produzentenallianz freut sich laut einer Pressemitteilung über zwei positive Entwicklungen der vergangenen Woche. Zum einen habe der Vergabeausschuss des FFF Bayern mit seinen jüngsten Förderentscheidungen (wir berichteten) ein "wichtiges Signal" für die "durch die Corona-Krise nahezu völlig zum Stillstand gekommene Produktionswirtschaft" gesetzt. Die Entscheidung unterstreiche "die Bedeutung der audiovisuellen Produktion für den Filmstandort Bayern und ist ein zuversichtliches Zeichen dafür, dass der Produktionsbetrieb in Bayern Schritt für Schritt wieder hochgefahren werden wird, sobald es die Gesundheitslage zulässt", so Uli Aselmann, stellvertretender Vorsitzender der Produzentenallianz und Vorsitzender der Sektion Kino. Er lobt darüber hinaus das Engagement der Film- und Medienstiftung NRW, die die jüngst als Corona-Hilfsmaßnahme ein Programm für Entwicklungsförderung aufgelegt hat (wir berichteten).

Sorgen bereite der Produktionswirtschaft allerdings weiterhin die Tatsache, dass sich für Produzent*innen noch keine Möglichkeit konkretisiere, das Ausfallrisiko künftiger Produktionen in der Folge der Corona-Krise zu versichern oder in sonstiger Weise für Produzent*innen und Finanzierungspartner von Produktionen abzudecken: "Durch die Corona-Pandemie greifen Ausfallversicherungen im Schadensfall nicht. Angesichts fortbestehender Ausfallrisiken kann selbst bei eigentlich voll finanzierten Produktionen die Finanzierung nicht geschlossen werden. Und auf eigenes Risiko können insbesondere kleine und mittlere Produzent*innen nicht in Vorlage gehen, wollen sie nicht sehenden Auges die Existenz ihres Unternehmens gefährden. Deshalb müssen hier schnelle Lösungen entwickelt werden. Beispielsweise wäre ein Ausfallfonds unter Beteiligung der KfW, der BKM und der Sendergruppen ein möglicher Weg, der die Belastungen auf mehrere Schultern verteilt", so Aselmann weiter.