Kino

VTFF: Filmwirtschaftliche Infrastruktur in Not

Der Verband Technischer Betriebe für Film & Fernsehen (VTFF) bittet Kulturstaatsministerin Monika Grütters um Hilfe und schlägt dafür Mittel aus dem DFFF II vor.

30.04.2020 14:35 • von Michael Müller
Der Verband Technischer Betriebe für Film & Fernsehen (Bild: VTFF)

Der Verband Technischer Betriebe für Film & Fernsehen (VTFF) hat in einem Brief an Kulturstaatsministerin Monika Grütters die Notwendigkeit nach Hilfen für die Produktionsdienstleister unterstrichen und dafür Mittel aus dem DFFF II vorgeschlagen. In der Corona-Krise "kämpfen diese investitionsintensiven mittelständischen Unternehmen um ihre Existenz", heißt es in einer Mitteilung am Donnerstag.

Um die Bedeutung zu unterstreichen, wie wichtig dieses Gewerk für die Film- und Serienproduktion ist, verwies der Verband auf die erstmalige Auszeichnung für "Beste Visuelle Effekte und Animation" beim Deutschen Filmpreis am vergangenen Freitag. Der Preis ging an Jan Stoltz und Claudius Urban von VTFF-Mitglied Trixter, welche die VFX und Animation bei dem Film Die Känguru-Chroniken" verantworteten. Als anderes Beispiel zählte der Verband den achtfachen Gewinnerfilm Systemsprenger" auf, bei dem VTFF-Mitglied Rotor Film für die Bild und Soundpostproduktion zuständig war. Dafür gab es auch eine Lola.

"Hinter den ausgezeichneten Filmen sowie hinter dem gesamten Filmschaffen steht eine hervorragende technisch-kreative Infrastruktur mit zahlreichen Unternehmen, die mit großem Aufwand für Expertise, Geräte, Studios und andere Ausrüstung sorgen und damit die materielle Grundlage der Filmwirtschaft bilden", sagte der VTFF-Vorstandsvorsitzende Stefan Hoff. "Diese ist jetzt in großer Gefahr, da diese Betriebe kaum noch Umsätze, hohe Fixkosten und wenig Rücklagen haben, aber von den bisherigen Hilfsmaßnahmen kaum berührt werden."

Im Schreiben an die Kulturstaatsministerin schlägt der VTFF vor, zur Unterstützung dieses Branchensegments die Mittel des DFFF II in Betracht zu ziehen, die explizit für die Produktionsdienstleister vorgesehen seien. "Da in anderen Bereichen die Umwidmung von Projektmitteln vorgenommen oder erwogen wird, könnte dies in solch ungewöhnlichen Zeiten auch hier möglich sein", heißt es weiter.